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EMKNI - 08.01.2002   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Evangelische Freikirchen lehnen Fristenlösung ab

Der Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG) lehnt die von den eidgenössischen Räten beschlossene Fristenlösung ohne Beratungspflicht klar ab. Dies gab die Leiterkonferenz des Verbandes in einer schriftlichen Pressemitteilung bekannt. Sie bedauere außerordentlich, dass der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) seine Zustimmung zur Fristenregelung gegeben habe, heißt es darin ausdrücklich.
Nach Auffassung der Leiter der Freikirchen kommt die von National- und Ständerat beschlossene Fristenlösung einem Rückzug des Staates von seiner Pflicht, das Leben zu schützen, gleich. Die Regelung sei in ihrer Wirkung "die Billigung der Abtreibung". Der Staat missachte damit ein fundamentales Menschenrecht. Statt ungeborenes Leben zu schützen, überlasse er die Entscheidung über Leben und Tod privaten Überlegungen.
Zudem zeigen sich die Freikirchen enttäuscht von der Stellungnahme des Rates des SEK, in der dieser seine Unterstützung für die Fristenlösung begründet hatte. Damit werde der "freie und persönlich verantwortete Gewissensentscheid über das Tötungsverbot gestellt". Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen würden "verabsolutiert". Statt in Lebensfragen durch Lehre und Verkündigung für Klarheit zu sorgen, "passt sich der Rat des SEK stromlinienförmig dem Zeitgeist an".
Mitglieder des VFG sind 14 freikirchlich organisierte Gemeindeverbände, darunter der Bund Freier Evangelischer Gemeinden, die Heilsarmee, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Schweizerische Pfingstmission und die Konferenz der Mennoniten. Er vertritt nach eigenen Angaben gegen 700 Lokalgemeinden mit einem Mitglieder- und Freundeskreis von etwa 150.000 Personen.


Quelle: livenet.ch

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