Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 15.01.2002   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Begegnung des Kirchenbundes mit evangelischen Dachverbänden

In ihrer Haltung zur Fristenlösung sind sich die Evangelischen der Schweiz nicht einig. Die Evangelische Allianz (SEA) und der Freikirchenverband (VFG) sind enttäuscht über die Position des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK). Dies haben sie dem SEK bereits am 13. Dezember im Rahmen eines Treffens klargemacht.
Die SEA- und VFG-Vertreter drückten an der Begegnung mit Nachdruck Unverständnis und Enttäuschung über die Stellungnahme des SEK aus, die aus ihrer Sicht de facto als ein Ja zur Fristenlösung interpretiert werden müsse. Es sei schade, dass die evangelischen Kirchen nicht zu einer gemeinsam Stellungnahme gefunden hätten, heißt es in einer Medienmitteilung der drei Verbände.
Für den SEK kann der Schwangerschaftsabbruch nicht grundsätzlich gut geheißen werden, bedeutet er doch Tötung werdenden menschlichen Lebens. Dennoch spricht sich der SEK mit Blick auf die mögliche Notsituation von Frauen oder Paaren, deren physische, psychische oder soziale Situation durch eine Schwangerschaft gefährdet ist, in einem Papier für die Fristenregelung aus.
Das SEK-Papier wurde nach seiner Veröffentlichung im Oktober 2001 stark kritisiert, es sei zeitgeistig, widerspreche Gottes Geboten und dem Geist des Evangeliums. Die individuelle Freiheit der Frau werde beim SEK höher gewichtet als das Leben des Kindes. Dies finden Allianz und Freikirchen nicht nur theologisch falsch sondern auch als ein bedenkliches Signal an die Gesellschaft.

Auch das Thema "Religionsartikel" in der Bundesverfassung beschäftigten die Teilnehmenden der Begegnung. Der Rat des Kirchenbundes engagiert sich weiterhin für die Schaffung eines Religionsartikels in der Bundesverfassung. Es liege bereits ein Expertenbericht vor, zu dem zur Zeit interne Hearings durchgeführt werden, war am Sonntag zu vernehmen.
Die Freikirchen zeigen sich bezüglich Religionsartikel eher zurückhaltend. Eine Unterstützung hänge letztlich davon ab, was in diesem Artikel formuliert sei. Man wolle sich dem Thema aber nähern. Gemäss SEK sollen erste Vorschläge eines Religionsartikels im frühen Sommer der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) ist der Zusammenschluss von 23 reformierten Kantonalkirchen, der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) und der Freien Evangelischen Kirche Genf. Der Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG) vertritt 14 freie Kirchen und Gemeinschaften mit 700 Gemeinden und 150 000 Mitgliedern und Freunden. Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ist eine Bewegung von 90 Sektionen mit 600 lokalen Gemeinden aus Landes- und Freikirchen sowie von christlichen Organisationen. Auch im VFG ist die EMK vertreten und arbeitet in der SEA auf Sektionsebene in vielen Gemeinden mit.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"