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EMKNI - 22.01.2002   Zurück zur Übersicht

USA: Förderer und Zeitgenosse Albert Schweitzers gestorben

In Richmond, Virginia verstarb am vergangenen Donnerstag im Alter von 98 Jahren Edouard Nies-Berger, Organist und Förderer von Albert Schweitzer.
Nies-Berger, der auch mit den New York Philharmonikern auftrat, wurde im elsässischen Strasbourg geboren. Seine Jugend verbrachte er unter deutscher Besatzung.
Sein Vater, ein Organist, war Kollege von Schweitzer. In der Kirche, in welcher der Doktor, Philosoph und Nobelpreisträger Pfarrer war, spielte der Teenager Nies-Berger gelegentlich selbst auf der Orgel.
Ab 1922 verbrachte Nies-Berger 15 Jahre in den USA, wo er in unzähligen Gotteshäusern die Orgel bediente. Mitte der dreißiger Jahre ließ er sich in Los Angeles nieder. Dort schrieb er die Musik für Filme wie "San Francisco" und "Frankensteins Braut".
1937 kehrte er nach Europa zurück. Es folgten Aufenthalte in Salzburg, Österreich, Lettland und Belgien, bevor es ihn wieder in die Vereinigten Staaten zog. Dort wurde er zum Organist der New York Philharmonie ernannt, und spielte unter George Szell und Leonard Bernstein.
In diese Zeit fällt auch ein zweijähriges Engagement in der Centenary United Methodist Church in Richmond, das von 1940 bis 1942 dauerte.
1949 besuchte Schweitzer die USA und traf sich dort mit Nies-Berger. Sechs Jahre arbeitete die beiden zusammen an der Vollendung von Schweitzers Edition für Orgelmusik von Johann Sebastian Bach.
Nies-Berger ist auch Mitbegründer der amerikanischen Stiftung für das Albert Schweitzer-Spital in Gabun, Westafrika.
Ab 1968 hielt sich Nies-Berger wieder in Europa auf, wo er unter anderem ein Buch mit Erinnerungen an Schweitzer schrieb.
1991 wurde im die Goldmedaille des Elsässer Instituts für Kunst verliehen, und 1993 wurde er vom französischen Ministerium für Erziehung und Kultur zum Ritter der Kunst und Literatur ernannt.


Quelle: The Associated Press

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