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EMKNI - 23.01.2002   Zurück zur Übersicht

Ungarn: Treffen methodistischer Partnerkirchen in Europa

80 Methodisten aus 25 europäischen Ländern trafen sich vom 18. bis 21. Januar 2002 in Budapest. Die Ungarische Methodistenkirche war Gastgeberin, aber Veranstalter war die Missionsbehörde der United Methodist Church (New York). 25 Jugendliche und 25 Frauen trafen sich einen Tag früher zu einer Vorkonferenz.
Es fand ein reger Gedankenaustausch über die Zusammenarbeit der methodistischen Kirchen in Europa statt. Begegnungen waren besonders wichtig, weil sich in der Leitung und unter den Mitarbeiterinnen der Kirchen (zum Beispiel in Italien und Portugal) ein Generationenwechsel abzeichnet. Auch wurde den Teilnehmern bewusst, wie wenig sie voneinander wissen und wie unterschiedlich das Umfeld ist, in welchem unsere Kirchen arbeiten.
In Kurzreferaten wurden folgende Themen angesprochen:
"Christlicher Glaube und Säkularismus", "Christsein in einem multireligiösen Kontext", "Die Rolle der Kirche in der Konfliktlösung" und "Missionarische Aufbrüche in Europa". Es zeichnete sich deutlich ab, dass in den unterschiedlichsten Kulturen, das Evangelium die Menschen berührt. Die Botschaft ist nicht an irgend eine Kultur gebunden. Aber, wer der Botschaft begegnet, wird verändert.
Die Kirche soll sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren: "Leben in der Gegenwart Gottes aus der Gegenwart Gottes". Das neue religiöse Erwachen in Europa, ist nicht von der Kirche initiiert. Die Kirchen müssen lernen damit richtig umzugehen. Nicht moralische Ratschläge sind gefragt, sondern Erfahrung der Gottesnähe.
Die Behörde für Weltmission wollte vor allem thematisieren, wie sich die Partner in der Mission gegenseitig respektieren können, wie sie die Verschiedenheit ihrer Stimmen und Bedürfnisse wahrnehmen und wie sie als Partner einander ergänzen können.
Es hat sich gezeigt, dass die Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Europa sich als ein Netzwerk von Wohlhabenden und von Habenichtsen darstellt.
Auf der einen Seite haben die Kirchen eine tragende Infrastruktur (Häuser, Personal, selbsttragende Institutionen, finanzielle Mittel etc.) und auf der anderen Seite fehlen die Mittel, um eine Infrastruktur aufzubauen oder aufrecht zu halten.
Das Gemeindewachstum in den Situationen des Mangels sei sichtlich stärker. Dabei muss klargestellt werden, dass dieser Aufbruch in Mittel- und Osteuropa und im Balkan von der finanziellen Unterstützung der reicheren Kirchen abhängig ist. Insbesondere sind es Beiträge für die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Hilfe für den Aufbau einer Infrastruktur (Konferenzkosten, Ausbildungskosten, Rettung der Gebäude vor dem Zerfall etc.). Hier ist Information und Solidarität gefragt. Der Fonds "Mission in Europa", welcher unter der Verantwortung des Europäischen Rates Methodistischer Kirchen steht, ist eine geeignete Hilfe zur Entwicklung der Solidarität zwischen den Methodistischen Kirchen in Europa.
Vor allem in den größeren Städten Europas sind es die von ethnischen Gruppen geprägten Gemeinden, welche wachsen: Schwarze aus Ghana, Koreaner, Kongolesen etc. Die Frage betreffend Integration oder Segregation wurde gestellt. Können wir Leib Christi sein, wenn wir Gemeinden schaffen, welche nur die Nische einer Kultur, einer Generation, einer Gottesdienstform darstellen und sich damit begnügen? Leib Christi ist die Klammer um das Ganze. Wo wir diese Einheit bei uns sichtbar?
Die Methodistischen Kirchen sind in allen Ländern Europas eine Minderheit. Die Connexio zwischen diesen Minderheiten wirkt identitätsfördernd und ist eine gegenseitige Ermutigung. Die Beteiligung der 25 Jugendlichen hat sich sehr inspirierend auf die Tagung ausgewirkt.


Quelle: Heirich Bolleter, Bischof

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