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EMKNI - 24.01.2002   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Bischof Klaiber für Ausbau des christlich-islamischen Dialogs als Beitrag zur Friedensförderung

Bischof Walter KlaiberDer evangelisch-methodistische Bischof Walter Klaiber hat sich für eine Verstärkung des christlich-islamischen Dialogs als Beitrag zur Friedensförderung nach dem 11. September ausgesprochen. “Im Vergleich zu anderen Ländern haben wir in Deutschland Nachholbedarf”, sagte der Vorsitzende der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in einem epd-Interview.
Die ACK, in der alle in Deutschland bestehenden christlichen Kirchen zusammenarbeiten, setze sich für eine breite Basis für diesen Dialog ein. Auch auf islamischer Seite müssten mehr Gesprächspartner gefunden werden. Wichtig sei, “dass das Gespräch nicht nur eine Demonstration von Freundlichkeit ist”, fügte der Theologe hinzu. “Es muss möglich sein, auch Fragen der Glaubensfreiheit in islamischen Staaten wie in Saudi-Arabien anzusprechen, wo nicht einmal jene Toleranz geübt wird, die vom Koran her jederzeit gewährt werden müsste.”
Zugleich sprach sich Klaiber, der seit März vergangenen Jahres ACK-Vorsitzender ist, für geregelten islamischen Religionsunterricht in Deutschland aus: “Es wäre hilfreich, wenn er in unserer Gesellschaft institutionalisiert und nicht in ein Getto gedrängt wird.”
Christliche Wertvorstellungen geraten nach Auffassung des Theologen nicht durch das Vordringen des Islam oder anderer Religionen ins Hintertreffen, sondern weil sich heute zu wenige Menschen mit diesen Werten identifizierten: “Deutschland ist schon lange ein Missionsland.”
Klaiber widersprach dem Eindruck, dass es in der evangelisch-katholischen Ökumene zurzeit einen Stillstand gebe. Es sei aber schwer, seine Identität als einzelne Kirche zu bewahren und gleichzeitig ernsthaft auf die Einheit hin zu arbeiten.
Zur Frage des gemeinsamen Abendmahls sagte er: “Es müsste Wege geben, wenigstens einen ersten Schritt in die Richtung zu tun, was man eucharistische Gastgemeinschaft nennt.” Die gegenseitige Einladung zum Abendmahl an Kirchen, die noch nicht in voller Kirchengemeinschaft stehen, “würde auch die Frage der konfessionsverschiedenen Ehen sehr entschärfen”.


Quelle: EMK Deutschland

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