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EMKNI - 16.07.2002   Zurück zur Übersicht

Niederlande: Sich energischer gegen Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung einsetzen

Wie bekannt wurde, haben die Tagungsteilner/-teilnehmerinnen der Kirchenkonsultation über die Globalisierung, die im niederländischen Soesterberg stattfand (siehe auch EMKNI-Meldungen vom 21.06. und 15.07.), ein gemeinsames Schreiben an die westeuropäischen Kirchen verfasst. Darin forderten sie die Kirchen auf, die eigene Finanzpolitik zu überprüfen sowie bei Geldanlagen soziale, ethische und ökologische Kriterien zu berücksichtigen. Die westeuropäischen Kirchen sollten ihre Möglichkeiten, politisch aktiv zu werden, stärker nutzen und sich energischer gegen wirtschaftliche Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung einsetzen.
Dazu forderten die Tagungsteilnehmer/-innen ein gemeinsames Vorgehen der Kirchen zusammen mit Initiativen der Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie z. B. dem Anti-Globalisierungsnetzwerk ATTAC (Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der Bürger/-innen). Notwendig sei sowohl die Einführung einer Besteuerung von Devisentransaktionen im Sinne der sogenannten „Tobin-Steuer“ als auch die Unterstützung von Netzwerken, die sich für eine stärkere Solidarität mit den Kirchen des Südens sowie Mittel- und Osteuropas einsetzen. Weiterhin müsse gegen die zunehmende Privatisierung von sozialen Gütern - wie Wasser, Bildung und Gesundheit – vorgegangen werden.
Übereinstimmend betonten die Konsultationsteilnehmer/innen, dass die Auswirkungen des weltweit vorherrschenden neoliberalen Wirtschaftssystems mit dem Gedanken der christlichen Gemeinschaft und Solidarität unvereinbar seien. Der Neoliberalismus stelle nicht die sozialen Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt, sondern die grenzenlose und unkontrollierte Anhäufung von Kapital. Diese Entwicklung führe zu einer weltweiten Kluft zwischen vielen Armen und wenigen Reichen.
An der Tagung, die auf Einladung des Reformierten Weltbundes (RWB), des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), des Lutherischen Weltbundes (LWB) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) stattfand - Gastgeber war der Rat der Kirchen in den Niederlanden - nahmen über 80 Vertreter/-innen westeuropäischer Kirchen, u.a. zwei Mitglieder der Evangelisch-methodistischen Kirche aus Deutschland, sowie Gäste aus Mittel- und Osteuropa, Nordamerika, Afrika, Asien sowie dem Vatikan teil.


Quelle: Mitteilung Lutherische Welt-Information/EMKNI

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