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EMKNI - 05.03.2002   Zurück zur Übersicht

Frankreich: Treffen der Leiter der methodistischen theologischen Ausbildungsstätten Europas

Die Leiter der methodistischen Seminare und Ausbildungsstätten Europas kamen zu einer Begegnung am Liebfrauenberg im Elsass vom 13.-18. Februar 2002 zusammen, um über die zukünftige Kooperation der theologischen Ausbildung in Europa nachzudenken (siehe auch erste EMKNI-Meldung vom 25.02.2002). Heinrich Bolleter, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) von Mittel- und Südeuropa, lud dazu ein und war selbst an dieser Tagung aktiv beteiligt. Die Begegnung wurde von einer Delegation der methodistischen Behörde für höhere Ausbildung aus den Vereinigten Staaten begleitet.
In der EMK in Europa gibt es derzeit folgende methodistische Bildungseinrichtungen: Deutschsprachiges Seminar vor allem für Studierende aus Deutschland, Schweiz und Österreich; Französischsprachiges Seminar CMFT in Lausanne Frankreich; Estisches Seminar in Tallinn (Estland); Seminar in Oslo, Norwegen; Skandinavisches Seminar in Göteborg (Finnland und Schweden); Laienpredigerkurs Litauen; Laienpredigerkurse in Tschechien, Bulgarien und Makedonien; Theologisches Studienprogramm Graz/ Waiern für die Balkanstaaten; Slowakisches Seminar in Banska Bistrica (Slowakei); Theologisches Seminar für Polen, Warschau und das Theologische Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche von Russland in Moskau.
Ein wichtiger Teil der Begegnung war ein theologischer Austausch zum Thema "Theologie auf der Tagesordnung der Kirche". Die Teilnehmenden hatten den Eindruck, dass man in den Kirchengemeinden und kirchlichen Gremien oft zu sehr bei praktischen Fragen hängen bleibt, und sorgfältige, theologische Arbeit oft den Tageanforderungen geopfert wird. Dabei wurde betont: "Theologie kann, muss aber nicht kompliziert sein. Sie muss sich aber immer wieder den wichtigen Fragen, nach unserem Menschsein, unserem Glauben und der Befindlichkeit der Welt stellen. Genau diese Fragen werden auch im kirchlichen Alltag allzu gerne vermieden. Viel zu oft wird in den Gemeinden mehr nach der Form des Gottesdienstes und nach den Liedern, die in den Gemeinden gesungen werden gefragt, anstelle sich mit dem christlichen Glauben und seinen Inhalten auseinander zu setzen."
Der Austausch zeigte aber auch, dass Theologen im Osten und Westen Europas verschiedene Wege gehen, wenn es darum geht, ihren Glauben auszudrücken und im Leben ihrer Kirchen und Gesellschaft einzubringen. Die Unterschiede haben kulturelle, historische und gesellschaftliche Wurzeln. Referenten waren Bischof Heinrich Bolleter, Pfr. Josua Buchmüller, Basel, Christoph Voigt, Jörg Barthel und Manfred Marquardt (Reutlingen).
Manche der theologischen Seminare und Ausbildungsgänge bestehen schon lange, andere sind ziemlich jung. Das Treffen diente dem Gedankenaustausch. Ein anderes Ziel war es, Dozenten und Studenten den Zugang zu Austauschprogrammen in Europa und Amerika zu ermöglichen. Für einen solchen Austausch soll in den kommenden Jahren eine gemeinsame Basis gefunden werden.
Erstmals mit dabei war Jerome Del Pino, der neue Direktor der Behörde für höhere Ausbildung. Er betonte in seinem Statement, dass die Ausbildung an theologischen Seminaren es vor allem zum Ziel haben sollte, Menschen dazu zu führen Leitungsfunktionen auszuüben. Er ortet an vielen Schwachstellen der kirchlichen Arbeit einen Mangel an aktiv ausgeübter Leitung und Führung.
Das nächste Treffen soll im Jahr 2004 in Tallin (Estland) stattfinden.


Quelle: Wilfried Nausner, Graz

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