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EMKNI - 19.03.2002   Zurück zur Übersicht

EMK-International: Methodisten verlangen Kritik der Ökonomie

Bischöfe, Professoren der Theologie und des europäischen Rechtes, Pastoren, Banker und Manager aus zwölf europäischen Ländern, Ost und West, aus den USA und Argentinien, haben sich in Wien vom 9.-16. März 2002 zu einer 4. Internationalen Konsultation getroffen. Das Thema: Die Qualität des Auferstehungsglaubens.
Die Konsultation wurde von zwei gesamtkirchlichen Behörden (Behörde für höhere Erziehung und die Behörde für weltweite Dienste) und der Zentralkonferenz für Mittel- und Südeuropa gesponsert. Die Konferenz unterstrich, dass das Volk Gottes durch die Auferstehung Jesu Christi befreit worden ist zu einem vor Gott, das keinen Lebensbereich ausschliesst. Wenn die Kirche bekennt, dass sie aus der Kraft der Auferstehung lebt, darf sie nicht nur einsame Seelen trösten, sondern muss zu allen Lebensfragen und Lebensbereichen sprechen. Diese Konsultation hat sich auf die Bedeutung und Entwicklung der weltweiten Wirtschaft konzentriert. Hier wurde betont, dass die Wirtschaft kritisiert gehört, weil sie sich in eine Stellung begeben hat, wo sie göttliche Attribute für sich beansprucht: allmächtig, unbegrenzt, allwissend etc. zu sein. Sie scheint sich zu einer Macht entwickelt zu haben, die niemand mehr kontrolliert, und die nicht mehr Leben fördert und ermöglicht, sondern es zerstört. Die weltweite Wirtschaft hat sich zu einer Grösse entwickelt, die mit dem biblischen Bild des "Tieres" oder des "Leviathan" verglichen werden kann. Es wurde weiter betont, dass die Wirtschaft und die, die für sie verantwortlich sind, die geschichtliche Perspektive verloren haben. Sie weiss nicht mehr, woher sie kommt. Die Wirtschaft hat ihre Geschichte vergessen. Aber dieser Verlust der Erinnerung hat tödliche Folgen.
Es wurde klar ausgesprochen, dass der Markt und die Wirtschaft Schöpfungen des Menschen sind und darum begrenzt und veränderbar sind. Der Ruf nach Grenzen wurden laut. Unkontrollierte und unbegrenzte Wirtschaft wird zu einer destruktiven Macht. Ohne ins Detail zu gehen, schlug die Konferenz eine Richtung für die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft vor. Die Globalisierung wird kaum zu stoppen sein, aber sie sollte vermenschlicht werden. Drei Schwerpunkte wurden betont:

- Gerechte Verteilung der Güter, die niemanden ausschliesst
- Liquidierung der Schulden, die den von Armut betroffenen Ländern neue Lebensmöglichkeiten geben
- Neue Sorge um das Land und verantwortlicher Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Die christlichen Kirchen wurden kritisiert, dass sie die Regeln des Marktes zur Regel ihres eigenen Lebens gemacht haben, anstatt das Evangelium zu verkündigen und ein Leben aus der Gnade Gottes zu führen. Kirchen sollten eine alternative Gesellschaft bilden, wo Gerechtigkeit für alle das Leben bestimmt. Es wurde festgehalten, dass Lösungen im Bereich der Wirtschaft im Dialog mit Wirtschaftsfachleuten, Politikern, und natürlich mit allen anderen Kirchen gesucht werden muss. Aber die Zeit drängt.


Quelle: Pressemitteilung / Helmut Nausner

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