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EMKNI - 13.05.2002   Zurück zur Übersicht

Ungarn: Herausforderungen für die Jährliche Konferenz

„Wähle das Leben“ 5. Mose 30,19.
Die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Ungarn, die vom 6. - 9. Mai 2002 in Niyregyhaza getagt hat, erlebt eine vielfache Herausforderung:
1. Die Annäherung an die Europäische Union bringt neue Normen im Personal- und im Bauwesen sowie in der Sozialarbeit. Das zentrale Büro in Budapest hat grosse Anstrengungen unternommen, um die neuen Bedingungen zu erfüllen. Das vom Staat festgelegte Minimalgehalt wird laufend nach oben angepasst, dadurch wird auch die Konferenz unter Zugzwang für der Anpassung der Gehälter gesetzt. Wie im vergangen Jahr wurde deshalb erneut eine Erhöhung der Ablieferungen der Gemeinden von mindestens 10% beschlossen. Finanzstarke Gemeinden müssen noch mehr leisten. Das ist eine grosse Belastung für die Bezirke. Die Ungarische Kirche möchte in den nächsten zehn Jahren eine finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Zur Zeit kommen 22 Prozent des Kirchenbudgets aus dem Ausland.
2. Laienschulung: Im Horizont der steigenden Lohnkosten wird nach Wegen gesucht, die Freiwilligenarbeit der Laien zu stärken. Die Konferenz hat eine lange Diskussion über ein neues Konzept für die Ausbildung von Laien (Laienprediger, Laienadministratoren, Gruppenleiter, Sozialhelfer etc.) geführt. Es besteht die Möglichkeit, das Kursangebot gemeinsam mit dem sogenannten „Wesleybund“ zu realisieren. Das sind kleine Gemeindeverbände, welche in der wesleyanischen Tradition verwurzelt sind wie zum Beispiel die Heilsarmee, die Nazarener, die Wesleyaner und die EMK. Man will die aus dem Sozialismus geprägte pastorenzentrierte Arbeit überwinden und den Laien mehr Verantwortung übertragen.
3. Eine zentrale Herausforderung sieht die kleine Konferenz in der Grundfrage, wie wir den Menschen von heute mit dem Evangelium erreichen. Die neue Zeit der Veränderung darf nicht dahin führen, dass die Kirche nur mit internen organisatorischen Anpassungen auf den raschen Wandel reagiert. Die Kirche erlebt eine Krise im Blick auf den Dienst nach aussen und will mit Gemeindeseminaren eine neue Öffnung bewirken. In den städtischen Gemeinden tut sich die Kirche leichter im Blick auf neue missionarische Ansätze als in den Landgemeinden.
4. Die Gemeinden in der Karpatho-Ukraine entwickeln sich erfreulich. Sie leisten auch viel soziale Hilfe in der unsäglichen Armut dieses Teils der Ukraine. Die Beziehung zur Jährlichen Konferenz in Ungarn soll durch einen Zusammenarbeits-Ausschuss gestärkt werden.
5. Ein Generationenwechsel zeichnet sich ab. Bei der Wahl des Kirchenvorstandes wurden mit wenigen Ausnahmen alles neue Leute gewählt. Die Zeitschrift der Ungarischen Methodistenkirche erscheint in neuer Aufmachung unter dem Namen „Der Methodist“.
6. Im baulichen Bereich gab die Konferenz eine erste Priorität einem Kirchenneubau in Miskolc. Es sind jedoch erst 25% der notwendigen Bausumme vorhanden. Mit staatlicher Hilfe (Szechenyi-Plan) konnten an vier Gemeindehäusern dringliche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Die Projekte mussten eingereicht und 50 Prozent Eigenmittel ausgewiesen werden. Darauf hat der Staat die andere Hälfte der Kosten übernommen.
In einer guten geistlichen Atmosphäre hat sich die Konferenz mutig den neuen Herausforderungen gestellt, ganz im Sinne des Mottos: Wähle das Leben!


Quelle: Heinrich Bolleter, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche von Mittel- und Südeuropa

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