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EMKNI - 27.05.2002   Zurück zur Übersicht

Bulgarien: Es bleibt schwierig für die evangelischen Christen

Heinz Gstrein* hat sich in einer Meldung der "Reformierten Nachrichten" zum kürzlichen Papstbesuch in Bulgarien sowie zur Lage der evangelischen Christen in Bulgarien geäussert. Dabei erwähnte er auch die Methodisten. So schrieb er u.a.:
"Im Schatten des Papstbesuches blieben nur Bulgariens evangelische Christen. Von ihnen sind gerade Baptisten und Methodisten schon seit dem 19. Jahrhundert in dem Land verwurzelt. Ihre Bibelübersetzung war für die Bildung der modernen bulgarischen Literatursprache besonders wichtig. Nach dem Entstehen der vom Patriarchat Konstantinopel unabhängig gewordenen orthodoxen Landeskirche 1870 sah es eine Zeit sogar danach aus, dass sich die bulgarische Orthodoxie in ihrer Gesamtheit der Reformation öffnet. Doch auch im 13. Jahr nach der bulgarischen Wende von Ende 1989 leiden heute die Protestanten unter der Tatsache, dass das kommunistische Religionsgesetz von 1949 noch immer in Kraft ist. Es liefert gerade die kleinen, auf sich allein gestellten Kirchen dem Registrierungszwang und somit der Behördenwillkür aus. Die katholische oder orthodoxe Grosskirche und sogar die Moslems tun sich da leichter. Die Zulassung eines protestantischen Dachverbandes, der «Evangelischen Allianz», hat eine gewisse Verbesserung, aber keine Lösung gebracht. Besonderen Schikanen sind Adventisten, Pfingstgemeinden und Zeugen Jehovas ausgesetzt sowie alle Evangelischen, die unter den bulgarischen Roma wirken. Der Papstbesuch im orthodoxen Bulgarien sollte daher auch Anlass sein, sich an dessen evangelische Christen und ihrer ungelösten Nöte zu erinnern."

*Heinz Gstrein ist orthodoxer Theologe und Orientalist. Er lebt in Griechenland und der Schweiz und ist Mitarbeiter von «Glaube in der 2. Welt» in Zürich.


Quelle: Reformierte Nachrichten/Heinz Gstrein

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