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EMKNI - 29.05.2002   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Eröffnungsabend im Zeichen der weltweiten Partnerschaft

Bischöfin Nelly Ritchie aus der Methodistenkirche in Argentinien (oben) und Pfarrer Nikolay Petrov aus Varna, Bulgarien (unten)Der Eröffnungsabend an der Tagung der Jährlichen Konferenz (JK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich stand ganz im Zeichen weltweiter Partnerschaft. Gestaltet wurde er von Connexio, dem Netzwerk für Diakonie und Mission. Untypisch begann er in sechs Workshops zu den Themen "Globalisierung – die Chance", "Freunde werden – mit Kulturunterschied", "Unsere Partnerkirchen erfüllen ihre Mission", "Gemeinde sein für andere", "Ausbildung führt zu Selbstständigkeit" und "Kirche sein in Krisenzeiten".
Besondere Gäste aus dem Ausland waren Pfarrer Nikolay Petrov aus Varna, Bulgarien und Bischöfin Nelly Ritchie aus Argentinien.
In ihrer Ansprache ging die Bischöfin der Methodistenkirche in Argentinien auf die grosse Herausforderung ein, der sich die Freikirche in einer wirtschaftlich desolaten Zeit zu stellen hat. In Argentinien gibt es heute 18 Millionen verarmte Menschen, das sind 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Arbeitslosigkeit beträgt 30 Prozent, hinzu kommen viele tausend Menschen, die nur ein-, zwei Stunden pro Tag arbeiten können. Ein grosses Wehklagen herrsche im Land, von Müttern, die den frühzeitigen Tod ihrer Kinder betrauern, von Eltern, deren Kinder im Ausland ein Auskommen suchen müssen, von Alten, die ihre Ersparnisse nicht von den Banken abholen können.
Irgend einmal habe das argentinische Volk genug gehabt und mit leeren Pfannen lärmreiche Demonstrationen veranstaltet. "Das Volk ist aus einer langen Siesta erwacht", so Nelly Richie, und habe die Hilfe in die eigene Hand genommen. Die über 30'000 während der Diktatur verschwundenen Studenten fehlen heute im Land. Es gibt kaum kompetente Führungskräfte.
Auch die Methodisten im Land haben ihr "Es ist genug" eingebracht. Sie suchten Antworten im Wort Gottes und fanden es in einer prophetisch gelebten Botschaft.
Zum einen klagen sie die korrupten Systeme an, werfen die Tische in den Tempeln der Banken und Wirtschaftsunternehmen um, um so Platz zu schaffen für Gottes neu schaffendes Wirken.
Methodisten wollen ein Leben in Fülle verwirklichen, indem sie die Liebe Gottes im Leben teilen mit dem Volk. Diese Arbeit, so Ritchie, fruchtet. In der letzten Zeit sind 20 neuen Methodistenkirchen entstanden, zusammengesetzt aus Neubekehrten, Menschen aus andern Kirchen und der verarmten Mittelschicht. Diese Menschen und ihre Gesichter haben die argentinische Methodistenkirche umgeprägt. Viele neue Aktivitäten sind hinzugekommen, angefangen bei Tauschclubs, Mittagstischen, Solidaritätsgruppen, über Theatergruppen bis hin zur Hausaufgabenhilfe für Schulkinder. Nelly Ritchie: "Die Kirche darf nicht abseits stehen. Unsere Mitglieder machen mit. Dazu gehören auch die MitarbeiterInnen aus der EMK Schweiz und Frankreich, die in Argentinien ihren Dienst tun... Alle sind Teil dieser Solidarität."
Nelly Ritchie beendete ihre Ansprache mit den hoffnungsvollen Worten: "So leben wir, so träumen wir, so wollen wir Kirche mit Visionen sein. Die Hoffnung ist lebendig, dass Jesus Christus alles neu machen wird. Unser Widerstand geschieht mit Hoffnung und Durchhaltewillen."
Die ganze Ansprache von Bischöfin Nélida Ritchie kann unter folgenden Adresse abgerufen werden: Deutsch http://www.umc-europe.org/jk/2002/direkt/ritchie.htm
Spanisch http://www.umc-europe.org/jk/2002/direkt/ritchiesp.htm


Quelle: EMKNI

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