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EMKNI - 12.11.2002   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Abgeordnetenversammlung des SEK fasst Resolution zur Volkinitiative «gegen Asylrechtsmissbrauch»

Am 11. und 12. November 2002 tagte im Berner Rathaus die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK). Themen waren unter anderem der Expertenbericht zum Religionsartikel, die Aufnahme vier neuer Mitgliedkirchen in den SEK (siehe EMKNI-Meldung von gestern) sowie die Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK).
Nach der Medienpräsentation Ende Oktober stellte die Expertengruppe "Religionsartikel" nun der Abgeordnetenversammlung des SEK ihren Bericht vor. Ihr Auftrag war es, die mögliche Stossrichtung eines Religionsartikels in der Bundesverfassung zu erarbeiten. Die konkreten Formulierungsvorschläge für den Religionsartikel betreffen das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen und die Regelung der Beziehungen des Bundes zu Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften. Die Abgeordnetenversammlung hat den Bericht gutgeheissen. Diskutiert und einhellig abgelehnt wurde die Lancierung einer Volksinitiative zur Durchsetzung des Religionsartikels. Statt dessen wurde dem geplanten Vorgehen des Rates SEK zugestimmt, der die Diskussion nun innerhalb der Mitgliedkirchen, mit den Schwesterkirchen und in der breiten Öffentlichkeit fortsetzen möchte.
Im "Wort des Ratspräsidenten" berichtete Pfarrer Thomas Wipf von der diesjährigen Tagung des Zentralausschusses des ÖRK. Trotz der derzeitigen Identitäts- und Finanzkrise des ÖRK wird sich der SEK auch weiterhin aktiv an der Arbeit im Ökumenischen Rat beteiligen. Den protestantischen Beitrag zur Umstrukturierung des ÖRK bezeichnete Wipf als sehr wichtig. Insbesondere die Gleichstellung ordinierter Frauen, auch in den interkonfessionellen Andachten des ÖRK, sei eine vorrangige Zielsetzung des SEK. "Wir haben viel einzubringen in die ökumenische Gemeinschaft. Die orthodoxe und die römisch-katholische Tradition braucht diesen evangelischen Beitrag," sagte Wipf und verwies gleichzeitig auf die möglichen Impulse, die aus der Diskussion mit den Schwesterkirchen auch für die evangelische Kirche entstehen könnten.
Im übrigen hat die Abgeordnetenversammlung SEK folgende Resolution gefasst: «Die Abgeordnetenversammlung SEK unterstützt die Stellungnahme des Rates zur Volkinitiative «gegen Asylrechtsmissbrauch». Die Initiative widerspricht grundlegenden christlichen Werten und stellt die humanitäre Tradition der Schweiz in Frage.»


Quelle: Medienmitteilung des SEK / EMKNI

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