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EMKNI - 10.10.2002   Zurück zur Übersicht

Russland: Jubiläum und neue Struktur in der EMK

Feiern zum zehnjährigen Jubiläum der Wiederaufnahme methodistischer Arbeit in Russland und die Entscheidung über eine neue Struktur für die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) im Euro-Asiatischen Bischofssprengel waren die Hauptthemen der Jährlichen Konferenz in Russland, die vom 4. bis 8. September 2002 in der Nähe von Moskau tagte. Das Thema der Konferenz wie auch das theologische Konferenzreferat, „Erfahrung im Dienst“, befassten sich mit der Rolle der Erfahrung für methodistische Theologie und Bibelverständnis und wurde auf den Dienst des Methodismus in Russland angewandt.
Bischof Rüdiger Minor charakterisierte in seinem Vortrag den Methodismus in Russland als eine Bewegung, deren erstes Anliegen Entdeckung und Erfahrung der Bibel ist. „Ein tiefer gehendes Verständnis hat uns unser Leben im Licht der Bibel gezeigt. Das Wort hat zu unserem Herzen gesprochen. Für die meisten von uns war das eine völlig neue Erfahrung. Wir hatten so viele Worte gehört und hatten gelernt, zwischen den Worten zu unterscheiden. (...) Aber in der Bibel fanden wir ein Wort, dem wir unbedingt glauben konnten. Liebe Freunde, das war es, was uns das Gefühl der Freiheit gab. Freiheit von Unwahrheit und Lüge, sie hat unser Leben auf eine neue Grundlage gestellt; neues Leben in Christus – welch eine Erfahrung!“
Im Blick auf das Wachstum des Methodismus in den vergangenen zehn Jahren stellte der Bischof fest: „Wir Methodisten in Russland machen dieselbe Erfahrung wie in anderen Ländern, dass der Einfluss des Methodismus grösser ist als die Zahl seiner Anhänger. (...) Unsere Zahlen sind nicht beeindruckend. (...) Aber unser Beitrag zu einer geistlichen Erneuerung Russlands ist uns immer wichtiger gewesen als die Grösse des Methodismus als Konfession. Wir glauben daran, dass alle Kirchen Russlands wichtig sind, vor allem die Russisch-Orthodoxe Kirche. (...) Wir wissen um Gottes Auftrag, ,Seelen zu retten.‘ Das trennt uns von engherzigem Konfessionalismus und selbstsüchtigem Proselytismus. Es scheint aber auch, dass diese Konzentration auf die wesentliche Mission - verbunden mit einem Geist der Freiheit in Meinung und Stil - auch für andere Leute anziehend ist. (...)
Methodisten haben die Konzentration auf den wesentlichen Dienst der Seelenrettung niemals in enger Einseitigkeit verstanden. Es gehört zu unserer Erfahrung im Dienst, dass wir diese Überzeugung mit anderen Leuten in Russland teilen. (...) Unser sozialer Dienst hat sich weiterentwickelt von Soforthilfeprogrammen zu langfristiger Unterstützung und Rehabilitation (...) Dieser Wandel gehört zu unserer Erfahrung im Dienst. Solche Erfahrungen machen uns beweglich in den Programmen unserer Gemeinden und Dienste. Die „weiche Linie“ und Beweglichkeit des Methodismus ist von einigen Beobachtern als Grund unseres Erfolges genannt worden. (...)
Ein wichtiges Element unserer Erfahrung ist die Leitung der Arbeit durch einheimische Kräfte. In einem Artikel über das Wachstum des Methodismus in Russland wird festgestellt: ,Die schnell wachsende Zahl von Anhängern des Methodismus ist zum wesentlichen Teil zu erklären durch die Tatsache, dass die Evangelisch-methodistische Kirche in ihrer missionarischen Tätigkeit in der Russischen Föderation von Anfang an darauf bestanden hat, dass alle Gemeinden von Einheimischen und nicht von Ausländern geleitet werden.‘ Das ist tatsächlich unser Ziel.“ Der Bischof hob besonders den Anteil der Frauen bei der Leitung der Kirche hervor: „Der Beitrag der Pastorinnen und Laienfrauen hat sich in Wachstum und wirksamem Dienst unserer Kirche in Russland niedergeschlagen.“

Entsprechend einer Entscheidung der Nordeuropäischen Zentralkonferenz von 2001 wurden drei neue Provisorische Jährliche Konferenzen eingerichtet, so dass der Methodismus im Euro-Asiatischen Sprengel jetzt vier Jährliche Konferenzen umfasst. Die neue Struktur ermöglicht engere Zusammenarbeit der Gemeinden und stärkt ihre Verantwortlichkeit für Zeugnis und Dienst an ihrem Ort. Alle Konferenzen arbeiten auf den Gebieten theologischer Ausbildung und Predigtamt zusammen.

Weitere Ergebnisse der Konferenz:
- Einrichtung eines „Methodistischen Frauenwerkes“ und Beauftragung der Leiterinnen;
- Ordination und Aufnahme in die Konferenz von sechs Ältesten (Pfarrer) und einer Diakonin;
- Einführung von fünf Mitarbeitern in den Gemeindedienst und ihre Aufnahme in die Probegliedschaft der Jährlichen Konferenz;
- Entscheidung, eine Pensionsordnung für Pfarrer zu erarbeiten;
- Aufnahme von elf neuorganisierten Gemeinden in die Konferenz (die meisten haben sich aus Bibelstudiengruppen entwickelt). Eine dieser Gemeinden ist in Weissrussland, damit gehören zum Euro-Asiatischen Sprengel jetzt fünf Länder (Russische Föderation, Ukraine, Kasachstan, Moldawien und Weissrussland).

Die „Russlandinitiative“ methodistischer Gemeinden aus den USA war durch 25 Personen vertreten, deren Gemeinden seit zehn Jahren die Evangelisch-methodistische Kirche in Russland unterstützen. Sie brachten Grüsse und Segenswünsche zum Jubiläum.


Quelle: Rüdiger Minor, Bischof

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