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EMKNI - 16.04.2003   Zurück zur Übersicht

Frankreich: Erste gemeinsame Generalversammlung

Am Wochenende vom 29./30. März 2003 trafen sich im Ferienzentrum Landersen rund 75 Delegierte der beiden methodistischen Traditionen UEEM (Union de l‘Eglise Evangélique Méthodiste) und EMF (Union de l‘Eglise Méthodiste de France), um die erste gemeinsame Generalversammlung ihrer Geschichte durchzuführen.

Als logische Folge der im Oktober 2002 gefassten Beschlüsse nehmen die beiden Unionen 2003 den Prozess der inhaltlichen Annäherung in Angriff. Im Jahr 2005 werden die beiden Kirchen ihre Meinung darüber äussern, ob sie die Vereinigung definitiv mittragen möchten. Im Hinblick auf diesen Termin gehen die Bemühungen dahin, dass die Vereinigung schon heute unmissverständlich gelebt wird.

Diese Generalversammlung wurde von Pfarrer Pierre Geiser (Paris) mit einer Bibelarbeit eröffnet. Er sprach über die Geschichte der Brotvermehrung und lud die Versammlung ein, im Vertrauen auf den Herrn die Herausforderung der Vereinigung anzunehmen. Was wir dem Herrn zur Verfügung stellen, wird auf wunderbare Weise vermehrt, so dass wir empfangen, was wir zum Leben brauchen.

Die Präsidenten der beiden Unionen, die Pfarrer Bernard Lehmann und Grégoire Chahinian, führten an der Generalversammlung gemeinsam durch die Traktanden. In seinem optimistischen Bericht verglich Pfarrer Bernard Lehmann, der Präsident der UEEM, die Kirche mit einem Diamanten mit vielen Facetten: Kirche als Ort der Begegnung, Kirche als Ort des Segens, Kirche als Ort der Prüfung.

Die UEEM hatte im Laufe des Jahres 2002 viele Begegnungen organisiert: Auffahrtsfest, übergemeindliches Wochenende, Jugend, Geburt des «Tipi Ardent», Bildung, Frauendienst, Sonntagsschule, Weltgebetstag, Sammlungen für Katastrophenopfer in Deutschland und in den Cevennen, Connexio, das sich der Missionsarbeit in Osteuropa, Lateinamerika, Afrika und Kambodscha annimmt, sowie Brot für alle.

Die Gemeinden in Bischwiller, Muntzenheim, Mulhouse und Strasbourg-Sion sind daran oder haben in Aussicht, ihre Gebäude zweckmässiger zu gestalten. Juristen untersuchen gegenwärtig die Art der Beziehungen zwischen der Kirche und ihren Werken. Sie werden bald ihre Schlüsse präsentieren. Vielleicht wird es notwendig sein, die Statuten der Union zu verändern, um sie vor möglichen Schwierigkeiten zu schützen. Der Präsident bestätigte aber gleichzeitig, dass die Werke ein integraler Bestandteil der Mission der Kirche bleiben sollen.

Der Staat veranlasste eine Veränderung der Berechnung des Naturallohnes (Wohnung), was das Budget der Kirche mit einer Erhöhung von 8% belastet. Diese konjunkturellen Schwierigkeiten werden aber kein Hinderungsgrund sein, vorwärts zu gehen, solange die Blicke auf den Auferstandenen gerichtet sind. Der Buchhalter der Union, Jean-Marc Ziegler, kündete seine Absichten an, im Jahr 2004 von seinen Aufgaben zurückzutreten.

Die beiden Unionen haben begonnen, in einem vergrösserten Kirchenvorstand gemeinsam tätig zu werden. Zum ersten Mal haben sich die Kassiere und die Präsidenten der beiden Unionen in Montélimar versammelt, um ein provisorisches Budget 2003 zu erstellen.

Die beiden Unionen beschlossen eine Vereinheitlichung der beiden Namen. Der paritätischen Kommission soll innert möglichst kurzer Frist ein Entwurf vorgelegt werden.

Die EMK beteiligt sich an den im Rahmen des 300. Geburtstages von John Wesley vorgesehen Feierlichkeiten; ganz besondere Beachtung werden die Begegnungen finden, die in einer gemeinsamen Aktion vom Museum des Protestantismus in der Dauphiné und von der methodistischen Gemeinde in Montélimar am 24. und 25. Mai 2003 organisiert werden.

Der Präsident beendete seinen Bericht, indem er nochmals die Herausforderung des Jahres 2005 unterstrich: Entweder die beiden Seiten lehnen eine Vereinigung ab, und es bleibt alles beim gegenwärtigen Stand. Oder sie nehmen diese an, um aus zwei Dingen eines zu machen — sei es in der Form eines erweiterten frankophonen Distrikts, zu dem auch die französischsprachige Arbeit in der Schweiz und die Arbeit in Algerien gehören wird, oder sei es in der Form einer frankophonen Provisorischen Jährlichen Konferenz. In beiden Fällen wird die Kirche von einem Bischof geleitet werden. Die Zentralkonferenz 2005 wird die Aufgabe haben, einen neuen Bischof als Nachfolger von Bischof Heinrich Bolleter zu wählen. Die Übergabe des Amtes wird im Jahr 2006 stattfinden.

Pierre Geiser, der Sekretär der synodalen Kommission, vertrat den Bericht der EMF. Diese Union hat ihre Arbeiten inzwischen reduziert; der Akzent wird klar auf die gemeinsame Arbeit der beiden Unionen gelegt.

Am Sonntagmorgen trafen sich die Delegierten zu einer Lobpreiszeit mit zeugnishaften Berichten aus dem Ferienzentrum Landersen und dem Altersheim in Valleraugue, welches 30 Betagte aufnehmen kann. Landersen taucht aus einer tiefen Krise auf. Die Jahresrechnung schreibt schwarze Zahlen, aber über Jahre bleibt ein Schuldenberg abzutragen.

Daniel Husser, der Vorsitzende des Connexio-Ressorts Asien, berichtete von der ausserordentlichen Lebenskraft der Methodistischen Kirche in Kambodscha, die sich auch in der Ordination von rund 10 Pfarrern manifestierte.

Die historische Begegnung schloss mit einer Predigt von Bischof Heinrich Bolleter über Psalm 133: «Wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder und Schwestern einträchtiglich beieinander wohnen».


Quelle: Jean Philippe Waechter / Heinrich Bolleter

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