Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 05.08.2003   Zurück zur Übersicht

Schweiz/Frankreich: «Wort auf den Weg» an alle EMK-Gemeinden

Letzte Woche wurde das untenstehende «Wort auf den Weg» von Bischof Heinrich Bolleter und dem Kabinett an alle Pfarrerinnen und Pfarrer und voll- und teilzeitlich Angestellten der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), Studenten, Pfarrerwitwen, Laienmitglieder der Jährlichen Konferenz, Bezirkslaienführerinnen und –führer und Vorsitzende der Kommissionen für Verwaltung und für Geistlichen Dienst der EMK versandt. Das «Wort auf den Weg» soll in geeigneter Form in allen Gemeinden der EMK Schweiz-Frankreich verbreitet werden.

Wort auf den Weg

«Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!» (2. Kor. 13, 13)

Dieser Segen ist ein Wort auf den Weg. Wie oft wurde es uns am Schluss eines Gottesdienstes als Ermutigung mitgegeben. Mehr denn je brauchen wir Ermutigung als Pilgerinnen und Pilger in dieser Welt. Die Gesellschaft verändert sich. Lebenssichernde Institutionen und Werte sind vom Zerfall bedroht. Die Menschen fragen nach Orientierung. Anlässlich des Berichtes der Distriktsvorsteher an die Jährliche Konferenz in Winterthur wurde in einer Diskussion festgehalten, dass unsere Gemeinden als lebendige Organismen von diesen Veränderungen mit bedroht sind. Wo finden sie Ermutigung für die nächste Etappe ihres Weges? Schliesslich wurde einem Antrag zugestimmt, der den Bischof und das Kabinett bittet, einen Brief an die Gemeinden zu schreiben. Die Votanten meinten, das Thema könnte «Unsere Berufung» lauten. Ausserdem wurden Fragen gestellt: «Wie können wir mit Freude als evangelisch-methodistische Christen leben und wirken?» «Wie widerstehen wir dem Trend der Individualisierung verbunden mit einer Entsolidarisierung?» «Ist das strukturelle Gewand noch unserer Institution angemessen?» «Woher holen wir uns als freiwillige oder vollzeitliche Mitarbeitende unsere Motivation?»...

Wenn wir nun diesen Brief mit «Wort auf den Weg» überschreiben, so zeigen wir damit unsere Überzeugung, dass ein solcher Brief ein kurzes, aber klares Wort der Ermutigung sein soll. Was hier folgt ist kein Pflichtenheft, sondern eine Orientierung, welche uns hilft, den nächsten Wegabschnitt gemeinsam zu gehen. Es ist uns wichtig, zuallererst festzuhalten, dass die EMK ein «Produkt» der Gnade Gottes ist.

Die Evangelisch-methodistische Kirche lebt aus der Gnade unseres Herrn Jesus Christus, aus der Liebe Gottes und aus der Gemeinschaft des Heiligen Geistes (2. Kor. 13,13).
Die Berufung der Leute, die man Methodisten nennt (Mitglieder und Freunde unserer Kirche), manifestiert sich im persönlichen Leben aus der Gnade unseres Herrn Jesus Christus:


1.1 Wir antworten persönlich auf Gottes Liebe und Gnade in Jesus Christus.
1.2 Wir sind offen für eine ständige persönliche Erneuerung unseres Glaubens und Lebens.
1.3 Wir setzen uns persönlich ein für die Verbreitung und Erhaltung evangelischer
Werte in unserer Gesellschaft. Wir stellen uns mit Jesus Christus an die Seite der
ausgegrenzten und notleidenden Menschen.
1.4 Wir wissen uns beauftragt, die Menschen zu Jesus Christus zu führen.

Die Berufung der Leute, welche man Methodisten nennt, manifestiert sich als Gemeinde unterwegs, gehalten durch die Liebe Gottes:

2.1 Als Gemeinde feiern wir Gottes liebende Gegenwart in unserer Mitte.
2.2 Als Gemeinde unterstützen wir uns gegenseitig in einer Atmosphäre des Lernens und des geistlichen Wachsens. Gehalten durch die Liebe Gottes bleiben wir offen für die Fragen und Zweifel von suchenden und glaubenden Menschen.
2.3 Als Gemeinde kümmern wir uns um das Wohl unserer Nachbarn, unseres Dorfes, unserer Stadt...
2.4 Als Gemeinde geben wir den Glauben weiter durch eine klare, evangelische und für alle verständliche Botschaft, hineingesprochen in unsere Zeit.

Die Berufung der Leute, die man Methodisten nennt, manifestiert sich in der «Connexio», der offenen Gemeinschaft, die der Heilige Geist schenkt:

3.1 Wir bleiben im Gottesdienst als verschiedene Generationen zusammen kraft des Geistes der Liebe, der Annahme und der Vergebung.
3.2 Wir reden nicht übereinander, sondern miteinander. Wir legen grossen Wert auf offenen Dialog und auf gegenseitige Fürbitte.
3.3 Wir suchen Kontakte und fördern Partnerschaften zwischen methodistischen Gemeinden in der Nähe und in der Ferne ungeachtet der unterschiedlichen Kulturen und Rassen. Wir leben solidarisch mit den Armen.
3.4 Wir verkündigen im Vertrauen auf die Charismen, die der Heilige Geist uns gibt, eine
ganzheitliche Botschaft für Kopf und Herz, Seele und Leib sowie für die ganze Schöpfung.

Wir beten, dass dieses «Wort auf den Weg» in seiner Schlichtheit eine Ermutigung sei, weil Ihr Euch darin vielfältig wieder findet. Wir wünschen Euch neu das Bewusstsein, dass Ihr ein «Produkt» der Gnade Gottes seid. Dieses Wissen ist unsere Motivation, den Weg gemeinsam und fröhlich weiter zu gehen.

Für das Kabinett:
Bischof Heinrich Bolleter
Zürich, im August 2003



-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"