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EMKNI - 22.08.2003   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Ausschuss "Kirche und Gesellschaft" unterstützt Klimapetition des WWF

Online-Klimapetition des WWFAn seiner Sitzung vom 21. August hat die Kommission "Kirche und Gesellschaft" (früher "Ausschuss für Soziale Fragen") der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz beschlossen, die Klimapetition des WWF zu unterstützen.
Die Schweiz hat sich verpflichtet, den CO2-Ausstoss bis 2010 um 10% unter das Niveau von 1990 zu senken. Das Gegenteil ist der Fall: Der CO2-Ausstoss wächst unablässig weiter. Hauptverursacher von CO2 sind Brenn- und Treibstoffe, also z.B. Heizungen und der motorisierte Strassenverkehr.
Die Petition des WWF verlangt die Einführung der CO2-Abgabe per 1.7.2004, die Einführung von Klimaschutz-Massnahmen, die über das Kyoto-Protokoll hinausgehen, und die Führungsrolle der Schweiz bei kommenden internationalen Klimaschutz-Verhandlungen.
Bei der CO2-Abgabe handelt es sich nicht um eine neue Steuer. Zwar werden Brennstoffe (Öl, Gas Kohle) und Treibstoffe (Benzin, Diesel) mit einer Klimaabgabe verteuert. Doch der Erlös fliesst in einen Klimafonds und wird vollständig rückerstattet. Privaten wird er mit einem einheitlichen Betrag pro Person via Krankenkasse gutgeschrieben. Klimaabgaben der Wirtschaft werden den Unternehmen als Rabatt auf die AHV-Beiträge gutgeschrieben. Personen und Betriebe, die sparsam mit Brenn- und Treibstoffen umgehen, bekommen auf diese Weise mehr Geld zurück als sie bezahlen. Wer dagegen viel Energie verbraucht, wird über die Energieabgabe mehr bezahlen müssen, als er zurück erhält.
Der Ausschuss "Kirche und Gesellschaft" (K+G) stützt sich beim Entscheid, die Klimapetition mitzutragen, auf die Aussagen der Sozialen Grundsätze der EMK. Darin steht unter anderem:
"Die ganze Schöpfung gehört Gott. ... Besonders die Industriegesellschaften haben zu einer Entwicklung beigetragen, die zu einer dramatischen... Überbeanspruchung von natürlichen und nicht-erneuerbaren Ressourcen führte...
Wir erkennen die Verantwortung, die wir als Kirche wie als einzelne Kirchenglieder haben, und halten Veränderungen unseres Lebensstils für dringend notwendig...
Wir setzen uns für einen stärkeren ökologisch ausgerichteten und vom Prinzip der Nachhaltigkeit bestimmten Umgang mit Gottes Schöpfung ein, der zu einer höheren Lebensqualität für alle führt..." (aus http://www.umc-europe.org/sozialefragen/direkt/fr-sozgr2000d.htm, 1. Die natürliche Welt)
Und unter der Überschrift "Energie" kann man lesen: "Wir treten für eine Gesellschaftspolitik ein, die auf eine vernünftige und sparsame Nutzung der in der Welt vorhandenen Energievorräte ausgerichtet ist und die darum alle diejenigen Verfahren der Energieerzeugung reduziert oder einstellt, die die Gesundheit, die Sicherheit oder gar die Existenz der gegenwärtigen und zukünftigen Schöpfung gefährden. Wir drängen auf einen schonenden Umgang mit vorhandener Energie und auf vorrangige Erschließung erneuerbarer Energiequellen, damit die Lebensqualität auf der Erde erhalten bleibt." (aus http://www.umc-europe.org/sozialefragen/direkt/fr-sozgr2000d.htm, 1.2 Energie)
Die CO2-Abgabe will die sparsame Nutzung der Energievorräte. Sie will Gottes Schöpfung schützen und bewirken, dass der Lebensstil der Menschen sich so ändert, dass nachhaltige Ziele erreicht werden können.
Die Klimapetition des WWF kann auf der Webseite des Ausschusses K+G unter http://www.umc-europe.org/kircheundgesellschaft/ online unterzeichnet werden. Auch weitere Informationen sind dort abrufbar.


Quelle: Jörg Niederer

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