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EMKNI - 25.08.2003   Zurück zur Übersicht

USA/Welt: Die Rolle der Frau in kirchlichen Ämtern der EMK

Im frühen Methodismus wurde die Beteiligung von Frauen mehr akzeptiert als in den anschliessenden Jahren, so die Feststellung der Historikerin Jean Miller Schmidt, die sich auf dieses Thema spezialisiert hat. Schmidt, Professorin an der Iliff-Hochschule für Theologie in Denver, erhielt einen Preis, den “2003 Distinguished Service Award”, für ihre Beiträge zur methodistischen Geschichte. Sie interessiert sich besonders für die religiöse Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und hat verschiedene Bücher verfasst.
Schmidt sagte an der jährlichen Tagung der Kommission für Archive und Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) am 18. August in Madison, New Jersey/USA, dass John Wesley, der die methodistische Bewegung in England im 18. Jahrhundert gründete, empfand, dass er Frauen nicht als Predigerinnen bevollmächtigen könne, so wie es die Quäker zu seiner Zeit taten. Aber John Wesley ermutigte die Frauen, eine besondere Rolle einzunehmen, als „Besucher der Kranken". Dies war eine bestimmte Funktion in den Klassen oder Kleingruppen, die er schuf, um das geistliche Leben der Gläubigen zu fördern. Frauen waren willkommen, um in der Öffentlichkeit zu beten, zu bezeugen und zu ermahnen, so Schmidt.
Obwohl Frauen Pioniere in der methodistischen Bewegung waren, hatten die Männer die institutionelle Macht und sagten schliesslich den Frauen, dass ihr Platz im Haus sei. Schmidt erwähnte Mary L. Griffith, die sich schriftlich an die Generalkonferenz wandte – weil es Frauen verboten war, zu sprechen. Wie andere fühlte Griffith sich berufen, um zu predigen, aber die Ordination wurde den Frauen versagt. Sie wies darauf hin, dass Frauen zwei Drittel der Mitglieder der Kirche ausmachten und dass Frauen nur wegen ihres Geschlechts aus den Funktionen der Kirche ausgeschlossen wurden. „Wenn Gott ruft, wie kann die Kirche den Anruf ablehnen, ohne in Kontroverse mit ihrem göttlichen Meister zu kommen?" zitierte Schmidt Griffiths Botschaft von 1880.
Heute stehen ordinierte Frauen und Frauen, die Laien sind, Schulter an Schulter, um zu dienen, sagte Schmidt. Unterdessen hat die EMK vierzehn Frauen zu Bischöfinnen gewählt. „Wir sind dankbar, für das, was geschafft wurde,“ sagte Schmidt, „aber der Kampf geht immer noch weiter.“


Quelle: United Methodist News Service

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