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EMKNI - 08.12.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Methodistenkirchen arbeiten weiter an der Überwindung der Rassentrennung

Es sind mehr als drei Jahre vergangen, seit sich die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) an ihrer Generalkonferenz öffentlich an einem Gottesdienst für die Sünde des Rassismus entschuldigt und die Versöhnung mit den afro-amerikanischen Methodistenkirchen gesucht hatte (siehe auch EMKNI-Meldung vom 05.05.2000). Diese Methodistenkirchen hatten sich im 18. und 19. Jahrhundert von den Vorgängerkirchen der EMK abgespalten, nachdem diese sich nicht klarer gegen die Sklaverei und Apartheid gerichtet hatten. An der Generalkonferenz wurde damals noch einmal an die Geschichte erinnert, welche zur Abspaltung und Bildung der "African Methodist Episcopal Church" (AMEC), der "African Methodist Episcopal Zion Church" (AMEZC) und der "Christian Methodist Episcopal Church" (CMEC) geführt hatten. Bischof Clarence Carr von der AMEZC sagte damals, er hoffe, die Christen der EMK würden von der symbolischen Dimension des Gottesdienstes den Weg zu konkreten Schritten gehen.

Seitdem haben die meisten der 64 Jährlichen Konferenzen der EMK in den Vereinigten Staaten Reuegottesdienste abgehalten. Gemeinden vor Ort haben Partnerschaften mit Mitgliedern der verschiedenen afro-amerikansichen Methodistenkirchen geschlossen und Mitglieder jener Denominationen wurden auch Mitglieder in wichtigen kirchlichen Gremien der EMK.

Vertreter der drei afro-amerikansichen Methodistenkirchen und der EMK kamen nun vor dem Erntedankfest in Baltimore/USA zusammen, um zu analysieren, was gemeinsam schon erreicht wurde und wie man weiter gemeinsam in Christus unterwegs sein kann. Die Beratungen konzentrierten sich darauf, welche Massnahmen als nächstes ergriffen werden sollten, damit die EMK den Akt der Reue in die praktische Tat umsetzen kann. So möchte man besonders die 25- bis 45-jährigen erreichen, um bei diesen Menschen noch allfällige Barrieren der Rassentrennung zu überwinden. Die Vertreter diskutierten auch die Möglichkeit, Gemeinden unter einem gesamtmethodistischen Banner zu gründen.

Mitglieder der afro-amerikanischen Kirche erinnerten bei diesen Treffen daran, dass noch vieles getan werden muss, um die Barrieren der Rassentrennung zu überwinden. Pfarrer William McClain von der EMK sagte, dass es Zeit sei, den Glauben auszuleben. „Wir müssen nicht einfach nur ernsthaft über multikulturelle Kirchen oder Ereignisse sprechen, sondern dies in die Tat umsetzen,“ sagte McClain.

Die EMK hat nach ihrer Reue Schritte getan, aber sie braucht Hilfe dabei, die noch fehlenden Teile zu erkennen, sagte Anne Marshall von der Kommission für die christliche Einheit und Interreligiosität der EMK. Die gemeinsame Reise der vier Kirchen wird nicht enden, so Marshall. „Sobald Sie eine Beziehung aufgebaut haben, ist kein Ende dabei. Sie werden immer zusammen auf dieser Reise sein. Die Kirche ist da, um aufeinander mit Respekt zu hören, gemeinsam mit Integrität zu arbeiten und um zusammen eine konkrete und vertrauensvolle Beziehung zu entwickeln.“


Quelle: United Methodist News Service

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