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EMKNI - 16.12.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Wenn Menschen einander helfen – ein Beispiel

Dass Menschen immer wieder zu Taten der Nächstenliebe durch Gott berührt werden, zeigt folgende Meldung:

Eines Abends sass Dave Bibeau zu Hause in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico und sah sich die Spätnachrichten im Fernsehen an. Er fühlte sich völlig frustriert und war unglücklich mit seinem Leben. „Da beschloss ich zu beten und alles Gott zu übergeben,“ erinnert sich Bibeau heute. Es war einer dieser „sei vorsichtig damit, worum Du bittest" Momente, weil das nächste, was er im Fernsehen sah, ein Hinweis für ein Waisenhaus in Juarez/Mexiko war, das Hilfe benötigte. „Es berührte mein Herz und so beschloss ich, mich zu melden,“ sagt Bibeau.

Seit diesem Abend sind 18 Monaten vergangen und Bibeau ist zu diesem Waisenhaus gefahren und hat mit seinem Fahrzeug mehr als 60.000 Meilen zurückgelegt. Als sein Herz in jener Nacht berührt wurde, rief Bibeau das Waisenhaus an, um herauszufinden, was es brauche. Sie sagten ihm, dass sie Holz und zwei mit Aluminium umrahmte Fenster benötigten. Er erinnert sich, dass er der Person am anderen Ende des Telefons sagte: „Ich bringe diese Dinge zu Euch, aber Leute, ich hoffe, es gibt dort ein Waisenhaus." Was Bibeau vorfand, war ein Lagerfeuer, das in der Mitte von unbebautem Land brannte, und Menschen mit einem Traum und Bedürfnissen. Seit dieser Zeit hat er geholfen, genug Zimmer zu bauen, um mehr als 30 Kinder im Alter zwischen 2 und 12 Jahren unterzubringen. In Zukunft soll es Platz für bis zu 60 Kindern geben. Ohne das Waisenhaus hätten die Kinder nichts zu essen und kein warmes Bett zum Schlafen.

Dave Bibeau sagt, dass er dem Waisenhaus helfen wollte, hänge auch damit zusammen, dass er selber durch eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Hilfe erhalten habe, als er sie nötig hatte. Er ist alleinerziehender Vater von drei Jungen. Damals suchte er einen Ort, wo er willkommen sei und fand ihn bei einer EMK-Gemeinde in Albuquerque. „Sie nahmen mich als einen alleinerziehenden und ungläubigen Vater auf,“ sagt Bibeau. „Ich wollte, dass die Kinder etwas religiöse Erziehung erhalten, aber ich wolle vor allem ein paar ruhige Stunden. Die Kirche bot eine Tagesbetreuungsstätte für die Kinder an.“ Dass er sich bei einem Waisenhaus engagiere, so Bibeau, habe viel mit der Unterstützung zu tun, die er durch die EMK-Gemeinde erhalten habe. „Ich kann kaum durch die Räume der EMK gehen, ohne auf eine Person zu treffen, die ihr Portemonnaie öffnet und mir Geld für die Kinder gibt,“ sagt er. „Dave ist ein Mensch mit einem wachsenden Glauben,“ sagt Pfarrer Charles Crutchfield von der EMK-Gemeinde. „Er weiss nicht, wie es getan werden kann, so tut er es. Er hat wirklich ein Herz dafür und ist in Ordnung.“ Eine Gebetsgruppe der EMK-Gemeinde in Albuquerque hat die Kinder in Mexiko „adoptiert“ und wird dafür sorgen, dass sie Weihnachtsgeschenke erhalten.

Bibeau erzählt voller Stolz, dass Mary, ein 11-jähriges Mädchen aus dem Waisenhaus, bewiesen habe, dass es ein Vorurteil sei, dass ein Waisenkind keine besonderen Leistungen erbringen könne. Sie gewann in ihrer Schule einen Schulwettbewerb und wird nun an weiteren Wettbewerben teilnehmen. "Die Kinder konzentrieren sich wirklich auf die Bildung."

Betreffend seiner Unterstützung bleibt Dave Bibeau bescheiden. Er fühlt, dass er durch die Kinder gesegnet wird. „Wenn ich einen schlechten Tag habe, kann ich zum Waisenhaus fahren und Menschen sehen, die wirklich einen schlechten Tag haben.“


Quelle: United Methodist News Service / EMKNI

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