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EMKNI - 19.12.2003   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Keine EMK-Gemeinde in Sissach mehr

Die Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Sissach galt lange Zeit als die Hauptgemeinde des EMK-Bezirks Gelterkinden-Sissach. Doch dann verlor die EMK-Gemeinde immer mehr Mitglieder. Als die Sonntagschule und weitere Angebote für junge Menschen eingestellt wurden, kamen noch etwa 5-10 ältere Personen zum Gottesdienst am Sonntag zusammen. Für diese Menschen in Sissach wurden folgende Fragen wichtig: Wohin gehen wir? Wie geht es weiter mit unserer Gemeinde? Wie können wir die Entwicklung aufhalten?

Markus Da Rugna, Pfarrvikar des EMK-Bezirks Gelterkinden-Sissach beschreibt die Situation gegenüber EMKNI wie folgt: „Persönlich erlebte ich die Gemeinde sehr positiv: die Leute sind untereinander und genauso gegen aussen sehr herzlich. Die Sissacher „Gemeindekultur“ empfand ich als sehr angenehm. Die bohrende Frage des weiteren Weges wurde dann in zwei Gemeindeversammlungen erörtert. Es wurde klar, dass sie so nicht weitergehen wollten und man wollte auch keine Familien aus Gelterkinden „abziehen“, die dann dort fehlen würden. So haben die Sissacher gemeinsam mit dem Pfarrer und dem Leitungsteam des Bezirks den Schritt getan, die EMK-Gemeinde in Sissach per Ende Jahr 2003 aufzugeben. Konkret heisst das, dass keine Gottesdienste und Bibelstunden mehr dort stattfinden. Der Bezirk besteht in Zukunft nur noch aus der Gemeinde Gelterkinden und die meisten Gottesdienstbesucher werden in diese Gemeinde kommen. Der Entscheid der Sissacher Gemeindeversammlung wurde an der Bezirksversammlung als Antrag vorgelegt und gutgeheissen. Die bewusst ausgesparte Frage des Kapellengebäudes wird erst im nächsten Jahr diskutiert. Der Schritt tut vor allem den Sissachern weh, sind doch die Ältesten gut 70 Jahre dort ein- und ausgegangen. Sie lassen sich nun darauf ein, stärker den Kontakt mit den Gelterkindern zu suchen und zu wagen. Diese Beziehungen werden sich sicherlich vertiefen. Die Arbeit der EMK des oberen Baselbietes wird somit konzentriert auf Gelterkinden, was bei 5 km Distanz zwischen Sissach und Gelterkinden auch nachvollziehbar ist. Interessanterweise kamen die kritischen Stimmen vor allem aus dem Umfeld der Gelterkinder Gemeinde, für die klar war, dass es neue Leute in Sissach gebraucht hätte, um die Entwicklung zu stoppen. Es waren wenige, jüngere, ehemalige Sissacher, die sich ein anderes Vorgehen gewünscht hätten. Doch letztlich waren sie selber auch nicht bereit, sich in der Gemeinde in Sissach zu engagieren.
Ich habe die Sissacher oft so dargestellt: man könnte ihnen eine Punk-Band präsentieren und sie würden sich daran freuen, weil junge Leute kommen und etwas machen. Ungefähr in diese Richtung geht auch eine neue Entwicklung auf dem Bezirk. Zweimonatlich gestalten junge Leute der Gemeinde einen Gottesdienst, der für alle Generationen offen ist. Der Start war hoffnungsvoll, der erste Gottesdienst sehr abwechslungsreich und die Jungen mit Herz dabei. Und die ersten, die ihrer Freude nach dem Gottesdienst Ausdruck gaben, waren die Sissacher. Und diese jungen Menschen treffen sie nun in Gelterkinden.“


Quelle: Pfarrvikar Markus Da Rugna, EMK-Bezirk Gelterkinden-Sissach

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