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EMKNI - 03.02.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Winkler drängt die US-Bundesstaaten, Todesstrafen auszusetzen

Jim Winkler, Vorsitzender des „United Methodist Board of Church and Society“ (UMCS), hat alle US-Bundesstaaten und die Regierung aufgerufen, dem Beispiel des ehemaligen Gouverneurs von Illinois, George Ryan, zu folgen und alle Todesurteile auszusetzen.
Ryan, ein Mitglied der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), hatte die Vollstreckung von Todesurteilen vor drei Jahren ausgesetzt, nachdem er die Gerechtigkeit des Justizsystems von Illinois untersucht hatte. Am 10. Januar 2003, drei Tage vor seinem Ausscheiden, begnadigte er vier Häftlinge, die auf ihre Hinrichtung warteten, weil er von ihrer Unschuld überzeugt war. Einen Tag später wandelte er die Todesurteile von 167 weiteren Häftlingen in Haftstrafen um, die meisten davon lebenslänglich. Dieser Entscheid hatte weltweit Schlagzeilen gemacht und Aufsehen erregt.
„Gouverneur Ryans Entscheidung entspricht den sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche, die erklären, dass 'wir die Todesstrafe ablehnen und ihre sofortige Abschaffung fordern',“ erklärte Jim Winkler in einer im Januar veröffentlichten Meldung des UMCS. „Gouverneur Ryan hat mit seiner Entscheidung die Ungerechtigkeit im System der Todesstrafe in Illinois korrigiert,“ fügte er hinzu. „Es ist an der Zeit, dass andere Bundesstaaten sowie die Bundesregierung diesem Beispiel folgen.“
Winkler bedauerte, dass der US-Kongress erst jüngst die Zahl der Delikte, die mit der Todesstrafe geahndet werden können, erhöht hat. „Unschuldige Menschen werden im ganzen Land in die Todeszelle geschickt und hingerichtet,“ sagte Winkler. „Unsere Kirche setzt sich schon seit langer Zeit für die Armen und für Minderheiten ein, die hingerichtet wurden, ohne dass sie ihre Unschuld beweisen konnten, oder denen das Recht auf einen Verteidiger verweigert wurde. Wir beten, dass Gouverneur Ryans Entscheidung zu einem Wendepunkt wird für die Bemühungen zur Abschaffung der Todesstrafe.“
In einer überarbeiteten Resolution zur Todesstrafe, die im Jahr 2000 von der Generalkonferenz der EMK angenommen wurde, erklärt die Kirche, dass „Vergeltung und gesellschaftliche Rache keine Gründe sein können, einem Menschen das Leben zu nehmen. Es verletzt unseren tiefsten Glauben an Gott als Schöpfer und Erlöser der Menschheit. Deswegen hat auch der Staat kein Recht, menschliches Leben zu beenden. Auf langer Sicht wird die Anwendung der Todesstrafe durch den Staat dazu führen, dass Rache in unserer Gesellschaft immer mehr akzeptiert wird. Damit wird ein Klima der Gewalt offiziell sanktioniert.“


Quelle: United Methodist News Service / EMKNI

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