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EMKNI - 04.02.2003   Zurück zur Übersicht

Kambodscha: Ordination von Diakonen und Proklamation einer gemeinsamen Mission

Der 17. Januar 2003 war ein historischer Tag in der Geschichte der Methodistenkirche in Kambodscha: An jenem Freitag wurden zum ersten Mal einheimische Gemeindeleiterinnen und -leiter durch Bischöfe verschiedener Methodistenkirchen zu Diakonen ordiniert. Zu den zehn Ordinierten gehören u.a. Ven Voun Chhen und Ham Chheng Hor, die im letzten November verschiedene Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der Schweiz besucht hatten.
Der Tag war nicht nur historisch für die Kirche in Kambodscha, sondern auch für die vier beteiligten, voneinander unabhängigen, ausländischen Methodistenkirchen. Die Methodistenkirchen aus Singapur, aus Korea, der Weltbund Chinesischer Methodistenkirchen (Hongkong, Taiwan, Malaysia) sowie die EMK aus der Schweiz, Frankreich und den USA haben an jenem Tag eine gemeinsame Mission proklamiert, nachdem der gemeinsame Verein "Cambodian Christian Methodist Association" bereits vor zwei Jahren vom kambodschanischen Staat anerkannt worden war. Eine gemeinsame Mission bedeutet, dass sie keiner der beteiligten Kirchen zugeordnet wird und dass eine neue, spezielle Kirchenordnung dafür geschrieben werden muss. Ein sogenannter "Advisory Board", in welchem Pfarrer Patrick Streiff die EMK Schweiz/Frankreich vertritt, wird bis in zwei Jahren entsprechende Unterlagen zuhanden der verschiedenen Kirchen entwerfen.
Die Ordinationsfeier und die Proklamation der neuen Mission war ein besonders Fest, zu welchem 500 Personen aus ganz Kambodscha und aus den oben erwähnten Ländern angereist waren. Aus der Schweiz und aus Frankreich waren achtzehn Personen gekommen. Sechzehn davon gehörten zu einer Reisegruppe von Connexio, dem Netzwerk für Mission und Diakonie der EMK Schweiz-Frankreich, welche während knapp vierzehn Tagen verschiedene Gemeinden und Projekte sowie touristisch Sehenswürdigkeiten in Kambodscha besuchte. So besichtigten die Teilnehmenden u.a. die berühmten Tempelruinen in Angkor Wat, um die eine Woche später ein grosser Streit zwischen Kambodscha und Thailand entbrannte. „Wir hoffen und beten dafür, dass aus diesem Anlass kein neuer ernsthafter Konflikt oder gar ein Krieg entsteht,“ schreibt Andreas Stämpfli, Geschäftsleiter von Connexio.
In Kambodscha ist die Arbeit der Methodistenkirche in den letzten Jahren sehr schnell gewachsen. Dabei gab es natürlich auch immer wieder Schwierigkeiten und Rückschläge. Anfangs Januar mussten beispielsweise die Büros und die Kapelle der amerikanischen Missionare geräumt werden, nachdem ein korrupter Richter einen früheren Gerichtsbeschluss in sein Gegenteil umgewandelt hatte. „Wir bitten für Kraft, Weisheit und Gottes Hilfe für alle Mitarbeitenden in diesem Land und vor allem für die verantwortlichen Missionare aus Korea, Singapur und den USA, damit die jetzt proklamierte gemeinsame Mission ein Segen für das Land werde,“ so Andreas Stämpfli.


Quelle: Andreas Stämpfli

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