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EMKNI - 11.02.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Beten und handeln für Frieden

Pfarrer R. Randy Day, Generalsekretär des General Board of Global Ministries (GBGM), der obersten Missionsbehörde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), hat die Welt aufgerufen, für Frieden und Gerechtigkeit im Irak zu beten. „Wir beten dafür, dass Gott uns eine Alternative zu einem von den USA geführten Angriff auf den Irak eröffnet und wir beten dafür, dass die Führer des Iraks überzeugend darlegen, dass sie Frieden schaffen und ihrer Bevölkerung Freiheit geben wollen,“ sagte Day. Das GBGM betreibt in 74 Ländern missionarische und humanitäre Arbeit. Day eröffnete die Kampagne für Gebet und Beistand nach der Rede von Präsident George W. Bush zur Lage der Nation Ende Januar. „Wir haben versucht, in der Rede des Präsidenten Anzeichen dafür zu finden, dass die US-Regierung den UN-Waffeninspektoren mehr Zeit lässt. Weil wir diese Zeichen nicht gefunden haben, haben wir grosse Angst vor einem massiven militärischen Konflikt, bei dem Tausende von Soldaten und Zivilisten umkommen werden.“
„Für uns Christen ist klar, dass unsere Gebete auch die Regierung, die Militärs und ihre Familien und auch die Opfer, die es sicher geben wird, einschliessen,“ sagte Day weiter. „Wir müssen auch für die Seelen der Geschäftsleute beten, die den Krieg begrüssen, weil er sie reicher machen wird.“
„Wir müssen auch auf politischer Ebene alles tun, um diesen Krieg zu verhindern, falls das überhaupt möglich ist,“ fuhr Day fort. „Wir sind von der Vorstellung erschüttert, dass wir als grosse amerikanische Hilfsorganisation humanitäre Hilfe bei Menschen leisten müssten, die weder obdachlos noch verletzt würden, wenn nicht Bomben, die eigentlich hätten verhindert werden können, gefallen wären.“
Day appellierte an alle Mitglieder der weltweiten methodistischen Missionsgemeinde – Missionare, Helfer, Programmkoordinatoren, Freiwillige, Unterstützungsorganisationen und Mitarbeiter –, täglich 15 Minuten für eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts zu beten. Er rief sie dazu auf, öffentliche Mahnwachen für den Frieden und Friedensgebete zu organisieren sowie ihre Regierungen zu Verhandlungen mit dem Irak zu drängen.
„Frieden ist das Ziel der christlichen Mission,“ erklärte der Generalsekretär. Days Aufruf wurde unterstützt von Joyce Sohl, der stellvertretenden Generalsekretärin des Frauenwerks. Die Aktion „Christliche Frauen beten für den Frieden“ wurde Anfang Dezember vom Frauenwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche lanciert und ruft zum individuellen und gemeinsamen Gebet für den Frieden auf. Ausserdem werden „Postkarten für den Frieden“ gesammelt, die in der Osternachtfeier beim Weissen Haus in Washington benutzt werden sollen (Informationen dazu auf der entsprechenden Homepage).
Die Leitungsverantwortlichen des Frauenwerks hatten im vergangenen Oktober einen militärischen Angriff auf den Irak als Reaktion auf die irakische Waffenpolitik abgelehnt und sowohl die USA als auch die Vereinten Nationen aufgefordert, eine „friedliche Lösung der Irak-Konflikts zu suchen“.
Days Aufruf wurde von Pfarrer Paul Dirdak unterstützt, dem Generalsekretär von UMCOR, dem Hilfswerk der EMK. Dirdak beleuchtete die ethischen und humanitären Aspekte eines US-Angriffs auf den Irak. Laut Dirdak würden sich Nichtregierungsorganisationen auf „eine dauerhafte Arbeit im Irak einstellen, um die Schäden, welche die Bomben und Panzer der USA und anderer Staaten hinterlassen werden, zu reparieren“.
„Sollte das UMCOR neue humanitäre Aktionen initiieren, wenn es eine Chance gibt, einen Krieg zu verhindern?,“ fragte er. „Können unsere Aktionen so missverstanden werden, dass Gewalt gerechtfertigt ist, weil ja immer jemand da ist, der die Schäden wieder versucht zu beheben?“
„So hart es klingt: Wir müssen damit rechnen, dass unsere humanitären Bemühungen dazu benutzt werden, Krieg zu entschuldigen. Wir müssen aufpassen, wofür wir die Mitglieder der Evangelisch-methodistischen Kirche um Hilfe bitten. Als Kirche müssen wir uns auch entscheiden, ob wir staatliche Zuschüsse für unsere Hilfsarbeit annehmen, das ein Teil von deren Schlachtpläne ist. Wenn der Zeitpunkt kommt, an der Krieg nicht mehr verhindert werden kann, muss unsere Kirche alles tun, was finanziell und menschlich möglich ist, um den Not leidenden Menschen zu helfen.“ Das UMCOR hat ein Spendenkonto für die Irak-Hilfe eingerichtet. Der Grundsatz „du sollst niemanden etwas zuleide tun“, betonte Dirdak, sei die erste Grundregel, die John Wesley im 18. Jahrhundert aufgestellt habe. Dieser Satz sei auch heute noch ein wichtiger Grundsatz im Hilfswerk. Day und Dirdak warnten davor, wegen der Irak-Krise nicht andere Not leidende Regionen der Erde zu vergessen, unter anderem die HIV/Aids-Epidemie im südlichen und östlichen Afrika.


Quelle: United Methodist News Service

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