Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 26.02.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Abweisung der Beschwerden gegen Bischof Sprague

In einer öffentlichen Erklärung hat Bischof Bruce R. Ough, Präsident des Bischofskollegiums des nördlichen Zentralbezirks, die Abweisung der Beschwerden gegen Bischof C. Joseph Sprague angekündigt. Ough und ein „Aufsichtsantwortteam“, das die Beschwerden untersucht hatte, führten als Gründe die öffentliche Bekanntgabe der Beschwerde und die dazugehörende theologischen Debatte an. Das Team versuchte auch, die ganze Kirche anzusprechen und Empfehlungen für weitere Schritte in Richtung einer Lösung zu machen. Ough sagte, dass ihre Antwort nicht öffentlich gemacht worden wäre, wenn eine der Parteien dies abgelehnt hätte. „Wir spürten, dass es besser für die Kirche ist, wenn sie die volle Erklärung hat,“ so Ough.

Die Antwort richtete sich an zwei ähnliche Beschwerden, die gegen Bischof Sprague eingegangen waren: eine von einem Ältesten der Konferenz von Mississippi im September 2002 und eine zweite im Dezember 2002 von 28 Personen aus elf Jährlichen Konferenzen.
Die Gruppe der 28 Personen kritisierte einen Vortrag, den Sprague an der Iliff-Hochschule für Theologie in Denver gehalten hatte sowie Inhalte von Spragues Buch „Affirmations of a Dissenter“, das im Abingdon-Verlag erschienen ist. So hätte Sprague in seinem Vortrag und seinem Buch Positionen vertreten, die gegen die Lehre der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) seien (siehe auch EMKNI-Meldung vom 23. Januar 2003).

Das „Book of Discipline“, die Kirchenordnung der weltweiten EMK, sieht bei einer eingegangenen Beschwerde vor, dass ein „Aufsichtsantwortteam“ eine gerechte Lösung in einem vertraulichen Prozess suchen soll. Ough und das Team sagten in ihrer Erklärung, dass es bedauerlich und unerhört sei, dass Sprague von der Beschwerde im Dezember durch die Presse erfahren habe. Sprague sagte zu Newscope, dass er die Beschwerde zuerst von einem Freund erfahren habe, zu der Zeit, als die schriftliche Beschwerde in Spragues Büro eingegangen war. Thomas Lambrecht, Sprecher der Gruppe und Pfarrer der methodistischen Gemeinde in Greenville (Wisconsin), sagte, dass die Gruppe ihre Beschwerde öffentlich gemacht hätte, wegen ihrer Überzeugung, dass dies im besten Interesse der Kirche sei und dass die Leute vom Ernst der Angelegenheit wissen sollten.

Sprague sagte, dass dies das vierte Mal sei, dass es eine Beschwerde gegen ihn gegeben habe, und alle wären von einer ähnlichen theologischen Art gewesen. Es ist auch nicht das erste Mal, dass eine Beschwerde während oder vor der Aufsichtsantwort öffentlich geworden ist. In einem öffentlichen Brief beteuerte Sprague seine Unterstützung zur methodistischen Lehre. Er drückte auch das Bedürfnis aus, „die Heilige Schrift und die Lehre in der heutigen Kirche zu interpretieren, metaphorisch und symbolisch.“

Die Antwort schloss Empfehlungen - normalerweise nicht ein Teil einer Aufsichtsantwort - ein, die den Dialog dazu auf den verschiedenen kirchlichen Ebenen erleichtern soll. Keine der Parteien hat eine formelle Bitte abgegeben, am empfohlenen Dialog teilzunehmen, obwohl sowohl Sprague als auch Lambrecht, gemäss neuen Quellen, ihre Bereitschaft dazu geäussert haben. Lambrecht sagte, dass sich die Kirche bewegen müssse, über den Dialog hinaus. Er sagte, dass es ein grösseres Verständnis unter den Laien der EMK brauche, „woran wir glauben und an was wir festhalten müssen.“

Die dritte Empfehlung war eine Bitte, dass die Gruppe der 28 Personen einen Brief veröffentlichen soll, worin sie sich für die öffentliche Bekanntgabe der Beschwerde entschuldige. Lambrecht sagte, dass die Gruppe diesbezüglich miteinander gegenwärtig in Gespräch sei und dass eine detaillierte Reaktion auf die ganze Antwort in ein paar Wochen zu erwarten sei.


Quelle: Newscope

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"