Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 09.01.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Methodistischer Bischof trifft US-Verteidigungsminister

Nach einem Treffen mit hochrangigen Beamten des Verteidigungsministeriums drängt ein Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) darauf, den früheren Hirtenbrief „Zur Verteidigung der Schöpfung“ wiederzubeleben.
Felton Edwin May, Bischof der EMK von Washington, nahm am 18. Dezember 2002 an einer Diskussion im US-Verteidigungsministerium in Washington teil. Auf Einladung von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sprachen etwa ein Dutzend kirchlicher Führer zwei Stunden über Afghanistan, den Terrorismus und einen möglichen Krieg gegen den Irak.
„Ich bin nach diesem Gespräch mehr als zuvor davon überzeugt, dass man in der EMK das Dokument „Zur Verteidigung der Schöpfung“ nochmals genau lesen muss,“ sagte May. „Dieses Dokument ist der Beitrag unserer Kirche für den Frieden in der Welt.“ Das Dokument setze sich intensiv mit der Theorie eines gerechten Krieges auseinander. „Zur Verteidigung der Schöpfung“ wurde vom methodistischen Bischofsrat im Jahr 1986 als Hirtenbrief veröffentlicht. Zusammen mit einem Materialheft stellte es die Antwort der Kirche auf die Gefahr eines Atomkriegs dar. Das Heft ist inzwischen vergriffen. Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 drängte Bischof May den Bischofsrat, den Text unter den veränderten Voraussetzungen nochmals durchzusehen und das Wort „Atomkrieg“ durch „Terrorismus“ oder „Terrorist“ zu ersetzen.
Das zweistündige Treffen im Pentagon begann mit einer Diskussion über die Hilfsmassnahmen in Afghanistan. May warf die Frage auf, ob nicht das Drogekartell in diesem Land de facto an der Macht sei. Beamte des Verteidigungsministeriums räumten ein, dass dies ein bedeutendes Problem sei. „Der Markt für die in Afghanistan produzierte Drogen sind Europa und die Vereinigten Staaten,“ erklärte May. „Bevor wir nicht dieses Problem lösen, sind alle Bemühungen für den Aufbau vergebens.“
Der Bischof erwähnte auch die HIV/AIDS-Epidemie, die Armut und das Bildungsdefizit in Afrika und in anderen Ländern. „Wenn diese Probleme nicht in Angriff genommen werden, wird es ständig neue Terroristen geben.“
Der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz informierte die Gruppe kurz über den Krieg gegen den Terrorismus und den Stand im Konflikt mit dem Irak. Verteidigungsminister Rumsfeld stiess zehn Minuten vor Ende des Treffens zu der Gruppe, nachdem er den Vormittag im Weissen Haus verbracht hatte.
„Es war faszinierend, mit Leuten zusammen zu sein, die mit ihrem Handeln das Leben von Millionen Menschen beeinflussen,“ sagte May. „Das Treffen brachte mich dazu, die Methodisten dazu zu drängen, unser Selbstverständnis wiederzuentdecken, unsere Position zum Krieg deutlich zu machen und uns wieder ernsthaft mit den Inhalten des Dokuments „Zur Verteidigung der Schöpfung“ zu befassen.“


Quelle: United Methodist News Service

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"