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EMKNI - 17.01.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Zu Fuss unterwegs zu einer Friedensversammlung

Zu Fuss von Ames im US-Bundesstaat Iowa nach Washington zu gehen, war nicht Teil seines Plans, erklärte der 20-jährige Jonathan Meier, aber bei einer für den 18. Januar 2003 geplanten Friedensversammlung dabei zu sein, war in seinem Terminkalender vermerkt.
Meier, Methodist und Student an der Universität von Iowa in Ames, hatte schon einen reservierten Platz in einem Bus, den Aktivisten für die Versammlung gemietet hatten. Er und andere haben vor, in der Hauptstadt Washington, zusammen mit Menschen aus dem ganzen Land, an einem Marsch teilzunehmen, der von der westlichen Seite des Kapitols bis zum Navy Yard führen soll, einer Distanz von 2,5 Meilen.
Aber dann hörte Meier am 22. Dezember 2002 in Ames die Predigt seiner Pfarrerin Cindy McCalmont von der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK). In der Predigt ging es um Maria, die auf Gottes Ruf antwortete. Obwohl Meier keine Stimme hörte, bekam er das starke Gefühl, dass er zu Fuss nach Washington gehen sollte. Er begann damit am nächsten Morgen, ohne jede vorherige Planung.
Menschen aus der EMK in Ames fanden Orte, wo er unterwegs übernachten konnte, hauptsächlich bei Leuten aus anderen EMK-Gemeinden quer durch das Land. "Jeden Tag, den ich ging, war ich mehr und mehr sicher, dass dies ein Ruf von Gott war, dies zu tun,“ sagte Meier. Sein Plan war einfach: Er versuchte jeden Tag vierzig Meilen zu gehen, obwohl er an seinen Füssen Blasen, wegen des für ihn ungewohnt vielen Wanderns, bekam.
Meier trug kein Zeichen oder Plakat mit sich, das Auskunft über seine Mission geben würde, aber er unterhielt sich angeregt mit Menschen, die er unterwegs traf, zu denen auch Journalisten und Fotografen aus mehreren US-Bundesstaaten gehörten. Wegen dem Wetter und den Bergen akzeptierte er einige Fahrten. An einigen Orten, wo er zu gehen beabsichtigt hatte, war es wegen des Schnees nicht möglich. Aber Meier schätzt, dass er etwa 800 Meilen der mehr als 1’050 Meilen zwischen Ames und Washington zu Fuss gegangen ist. Die Reise wäre nicht ohne die Hilfe von anderen möglich gewesen. Er habe sich auf das Wandern und die Meditation konzentriert, während Mitglieder der EMK telefoniert hätten, um jeweils eine Unterkunft für ihn zu finden und ihm bei der Planung der nächsten Wanderrouten behilflich zu sein.
Dem Winter, dass heisst Kälte, Schnee und Wind zu trotzen, um durch einen bedeuteten Teil des Kontinents in weniger als einem Monat zu gehen, sei hart gewesen. "Es hat sicher meinen Glauben gestärkt," erzählte Jonathan Meier und fügte hinzu: "Ich entwickelte eine engere Beziehung zu Gott.“ Er habe dabei auch "die Wichtigkeit des inneren Friedens entdeckt." Drei Wochen unterwegs, sich befassend mit religiösen Gedanken, habe ihn zum Nachdenken gebracht, ob ein kontemplatives Leben nicht seine Berufung sein könnte. Solche Entscheidungen würden aber noch in der Zukunft liegen und er werde fortfahren, auf Gottes Führung zu vertrauen.


Quelle: United Methodist News Service

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