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EMKNI - 01.07.2003   Zurück zur Übersicht

Italien: Acht Promille für kirchliche Projekte

Eine besondere Einnahmequelle gibt es jedes Jahr für Italiens Kirchen: Seit einigen Jahren bekommen nämlich neben der römisch-katholischen Kirche auch protestantische Kirchen, die ein entsprechendes Abkommen mit dem Staat geschlossen haben, acht Promille der Einkommenssteuer für soziale Zwecke, wenn in der Steuererklärung der Name einer dieser Kirchen angekreuzt ist. Macht der Steuerzahler keine Angaben, wird das Geld nach einem Schlüssel unter die beteiligten Kirchen aufgeteilt.

Vor der Abgabefrist der Steuererklärung weisen die Kirchen in öffentlichen Kampagnen auf die Acht-Promille-Regelung extra hin und informieren über die Verwendung der Gelder. So wirbt die Waldenser Kirche, ein Zusammenschluss von Waldensern und Methodisten, diesmal mit dem Slogan «Deine acht Promille für Notleidende». Die ihr vom italienischen Fiskus im letzten Jahr zugewiesenen über 3,4 Millionen Euro wurden für Sozialarbeit, Friedens- und Menschenrechtsaktivitäten, Alten- und Jugendarbeit sowie für Projekte im Ausland ausgegeben.

Die lutherische Kirche erhielt im Jahr 2002 etwa 2,9 Millionen Euro, die zu einem Drittel an Ortsgemeinden für lokale Projekte gingen, während der Rest dem Lutherischen Weltbund und anderen internationalen Organisationen für deren Sozialarbeit blieb. Die diesjährige Kampagne um die acht Promille hat Martin Luthers Lehre von der Rechtfertigung allein durch den Glauben zum Inhalt.

Die Siebenten-Tags-Adventisten mit einem Anteil von etwa 2,7 Millionen Euro im letzten Jahr werben mit dem Motto «Gib acht für eintausend Gründe». Das Geld dient unter anderem der Jugend- und Altenhilfe, wird zur Schuldnerberatung genutzt und unterstützt Kinder aus der strahlenverseuchten Region von Tschernobyl.

Der Slogan der Pfingstkirche «Assemblies of God» ist dem Jesuswort aus dem Matthäusevangelium entnommen: «Euer Vater im Himmel weiss, dass ihr all das braucht». Die rund 1,1 Millionen Euro, die im Jahr 2002 eingingen, waren für Nahrungsmittelhilfe, medizinische Versorgung und Bildung in Lateinamerika und Afrika bestimmt.


Quelle: Adventistischer Pressedienst / Reformierte Nachrichten

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