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EMKNI - 03.07.2003   Zurück zur Übersicht

Grossbritannien: Methodisten sind für eine engere Beziehung mit den Anglikanern

Britische Methodisten haben einer engeren Partnerschaft mit den Anglikanern zugestimmt. Damit ist nun der Weg bereitet, dass beide Kirchen gegenseitig sowohl die Pfarrer und deren liturgische Praktiken anerkennen als auch miteinander Ressourcen und Einrichtungen teilen sowie Entscheidungsprozesse betreffend Strukturen tragen.

Diese Entscheidung, die am 1. Juli 2003 an der Tagung der methodistischen Konferenz in Llanduno, Wales, gefällt wurde, ist der letzte Meilenstein in einem als "anglikanisches/methodistisches Bündnis" genannten Prozesses. Sie reflektiert die Ergebnisse einer kirchlichen Meinungsforschung bei einzelnen Gemeinden in Wales und England, in welcher sich 75 Prozent für die Unterstützung dieses Bündnisses ausgesprochen hatten. Die Kirche von England wird über dieses Bündnis am 13. Juli entscheiden, aber eine ähnliche Untersuchung bei den Anglikanern zeigt auch da, dass sich neun von zehn für ein engeres Bündnis mit den Methodisten aussprechen.

In Grossbritannien teilen Methodisten und Anglikaner schon heute miteinander Gebäude, Pfarrer und Ressourcen, was als örtliche ökumenische Partnerschaft angesehen wird. Für diese Gemeinden wird das Ergebnis dieses Konferenzbeschlusses nun offiziell, was jetzt schon praktiziert wird - in einigen Fällen schon seit Jahren.

Trotz der überwältigend positiven Zeichen für die Bewegung in die Richtung, die Beziehung zwischen den zwei Kirchen zu vertiefen, mahnen manche immer noch zur Vorsicht, wegen der Gefahr, Bereiche nicht zu berücksichtigen, bei denen Anglikaner und Methodisten unterschiedliche Ansichten haben. Zum Beispiel ist es bei den britischen Methodisten üblich, dass Pfarrerinnen auf allen Stufen und in der Führung der Kirche teilhaben können, während die Kirche von England immer noch "Sperrgebiete" für Pfarrerinnen hat und keine Frau das Amt eines Bischofs ausüben kann.

Versuche, engere Beziehungen zwischen Methodisten und Anglikanern zu schaffen, sind nicht neu. Ein Vorschlag im Jahr 1972 war besonders, weil damals die Methodisten zu einer Einheit mit Anglikanern mit "ja" stimmten, die Kirche von England aber in letzter Minute „nein“ dazu sagte. Jene, die heute diesen Prozess leiten, sagen, es sei anders. Pfarrer John Walker, Co-Präsident der Gruppe des "anglikanisch/methodistischen Bündnisses", und sein anglikanisches Pendant, Bischof Ian Cundy, versicherten den Delegierten, dass das Bündnis nicht ein Plan für eine Übernahme, sondern eine gleichberechtigte Partnerschaft darstelle, und der Versuch, alle Probleme wegen der Unterschiede im Voraus zu lösen, ein Fehler sei.


Quelle: United Methodist News Service

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