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EMKNI - 10.07.2003   Zurück zur Übersicht

Welt: EMK ist am UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft dabei

Gordon Detka, ein Laie der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Deutschland, wird vom 15. bis 17. Juli 2003 die Kommission für Kirche und Gesellschaft der weltweiten EMK an einem Treffen in Paris zum UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (World Summit on the Information Society WSIS) vertreten, der im Dezember 2003 in Genf stattfinden wird. Die EMK wird an diesem Weltgipfel mit einer Delegation teilnehmen. Die Kommission für Kirche und Gesellschaft der weltweiten EMK unterhält bei der UNO in New York ein eigenes Büro. Die EMK ist daher regelmässig in globalen Meinungsfindungsprozessen engagiert.

Der Weltgipfel der UNO wird in zwei Teilen stattfinden, der erste Teil findet vom 10. bis 12. Dezember 2003 in Genf statt, der zweite Teil vom 16. bis 18. November 2005 in Tunis. Staatsoberhäupter aus aller Welt werden zusammenkommen, um die zunehmend unausgewogene Infrastruktur für Datenübertragungsmittel rund um den Globus anzusprechen. Ohne die Überprüfung und dem Herstellen eines Gleichgewichts der Informationsbahnen werden jene, die Zugang zu Informationen durch digitale Mittel haben, weiter einen Vorteil haben gegenüber jenen mit keinem Zugang. Der Gipfel wird technische und ethische Angelegenheiten erörtern, die die EMK noch in ihren sozialen Grundsätzen angehen muss.

Die EMK beginnt, Empfehlungen in den folgenden Bereichen zu formulieren:
- Soll der Zugang zur Kommunikation als ein Menschenrecht angesehen werden?
- Welches Wissen hat Vorrang in einer Kultur, die auf Information und Wissen basiert?
- Wie sollen die Sachverhalte von Copyrights, Lizenzvergaben und weiteren Punkten im Zusammenhang mit Wissen und Kommunikation strukturiert sein, um die Handhabung für alle zu verbessern?
- Wie können Privatsphäre und Sicherheitsaspekte zum grössten Nutzen von allen angesprochen werden?
- Welche Auswirkung hat diese wachsende Abhängigkeit von der digitalen Informationstechnologie auf die Umwelt?

Beim Weltgipfel spielt das Recht auf Privatsphäre eine wichtige Rolle. Anonymität ist nicht kriminell. Zu den Grundsätzen einer ordentlichen Meinungsbildung muss es gehören, sich auch über grundlegend andere Konzepte zu informieren, ohne später dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Ein Beispiel: Im Bereich eHealth ist es beispielsweise notwendig, dass Betrachter von Informationsseiten über Geschlechtskrankheiten nicht anschliessend von ihrem Arbeitgeber daraufhin angesprochen werden, auch wenn sie am Arbeitsplatz das Recht haben, privat zu “surfen”. Dazu hat die methodistische Delegation des Weltgipfels eine biblische Begründung vorgelegt, die in englischer Sprache im Internet nachgelesen werden kann.

Führende Regierungsvertreter sind nun bezüglich des Weltgipfels daran, Entwürfe von Prinzipien und einem Aktionsplan zu erarbeiten, die die Informationsgesellschaft betreffen. Die EMK hat ihren Kommentar zum Aktionsplan eingereicht, der im Internet unter www.itu.int/wsis (siehe unter „Documents“ bei den Nichtregierungsorganisationen unter “United Methodist Church, General Board of Church and Society”) gefunden werden kann. Im Dezember werden die Staatsoberhäupter in Genf eine Erklärung verabschieden und einen Aktionsplan genehmigen. Im Jahr 2005 werden sie sich in Tunis wieder treffen, um Entwicklungsthemen zu besprechen und den Prozess seit dem Genfer Treffen zu beurteilen.

Im Februar 2003 haben Kathleen Stone and Gretchen Hakola von der Kommission für Kirche und Gesellschaft der weltweiten EMK am zweiten Vorbereitungstreffen für den Weltgipfel teilgenommen. Im September 2003 werden Hakola, Detka, Liberato Bautista, Mitarbeiter der Kommission und David Briddell, Mitglied der Kommission, am dritten Vorbereitungstreffen teilnehmen. Für Fragen und Anregungen von Methodisten in Europa dazu ist Gordon Detka die Kontaktperson (Gordon.detka@de.abb.org). Informationen zum Weltgipfel finden sich unter www.itu.int/wsis sowie weitere Informationen zur EMK und dem Weltgipfel unter der Homepage von Gordon Detka.


Quelle: General Board of Church and Society/Gordon Detka/EMKNI

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