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EMKNI - 03.06.2003   Zurück zur Übersicht

Österreich: Jährliche Konferenz tagte in Linz

Ein Bericht über die 74. Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Österreich.

„In Linz beginnt’s“ heisst ein Sprichwort über die oberösterreichische Hauptstadt. In Linz begann es auch - vor 40 Jahren: Das „Zentrum Spattstrasse“, das heute eines der bedeutendsten Sozialeinrichtungen für Jugendliche im Bundesland Oberösterreich ist, wurde 1963 durch Emma und Rudolf Siegrist als Jugendhaus begonnen. Die 40-Jahr-Feier war nun der Anlass, dass die Gemeinde Linz die Jährliche Konferenz von Mittwoch, dem 21. Mai 2003, bis Sonntag, dem 25. Mai 2003, zu sich eingeladen hatte. Zum Festakt des „Zentrums Spattstrasse“, der am Mittwoch mit grosser öffentlicher Beteiligung stattfand, waren denn auch alle Konferenzteilnehmer geladen. Der Kindergarten des Zentrums präsentierte sich mit einem Tanz, einige Jugendliche brachten musikalische Beiträge. Dazwischen gab es Ansprachen der Politiker, die die besondere Leistung dieser Institution hervorhoben. Heinrich Bolleter, Bischof der EMK von Mittel- und Südeuropa, hielt eine Laudatio, in der er zeitkritisch anmerkte, dass heutzutage es fast besser wäre, man käme als Auto auf die Welt. Die Symbole unserer Wohlstands- und Leistungsgesellschaft sind oft mehr geschützt als Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen.

„Dienet dem Herrn mit Freunden“: So lautete das Motto zur Tagung der Jährlichen Konferenz (JK). Unter der kompetenten und herzlichen Leitung von Bischof Heinrich Bolleter verliefen die Sitzungen in geschwisterlicher Atmosphäre. Die liebevolle Fürsorge der Gemeinde trug wesentlich zum Gelingen der JK bei.

Die Sitzungen begannen wie immer mit dem Bericht des Superintendenten. Lothar Pöll stellte an dessen Anfang die Frage: “Wer dient heute schon gerne und dazu mit Freuden?“ Dass sehr wohl Dienst an den Menschen geschieht, bezeugt nicht nur die diakonische Einrichtung Zentrum Spattstrasse sondern auch der Einblick, den Superintendent Pöll in die Arbeit der Gemeinden gab. Auf sieben Gemeindebezirken in Salzburg, Linz-Ried, Graz, St. Pölten, Wien-Fünfhaus, Wien-Floridsdorf und Wien-englischsprachige Gemeinde wird dieser Dienst getan, manchmal mit mehr, manchmal auch mit weniger Freude. Die Gemeinden sind durchwegs offen für neue Menschen. Das hat das Bild der Gemeinden in den letzten Jahren verändert. Sie sind internationaler geworden, in einigen wird der Gottesdienst zweisprachig gehalten oder es gibt Gruppen für englischsprechende Menschen. Flüchtlinge kommen in die Gemeinden und es werden alle Anstrengungen unternommen, sie zu integrieren. Den grössten Gottesdienstbesuch hat zur Zeit die englischsprachige Gemeinde in Wien, sodass die Kapazität des Kirchenraums an seine Grenzen stösst. In einem Arbeitseinsatz im Sommer wird die englischsprachige Gemeinde eine Gruppe nach Vrbas in der Vojcvcodina senden, die bei der Restaurierung der alten Kirche mithilft.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen steht unter dem Zeichen der Neuausrichtung. Ein Gesamtkonzept für diesen sehr wichtigen Bereich unserer Gemeinden wurde erarbeitet. Die Gemeinden werden ermutigt, sich dieses Dienstes an den Kindern und Jugendlichen, die ihnen anvertraut sind, anzunehmen. In einem Übereinkommen mit der Evangelischen Kirche A. und H.B. (lutherisch und reformiert) wurde festgelegt, dass die Pflichtschüler der EMK in Zukunft am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen werden. Der spezielle Beitrag der EMK wird in Sonntagsschule und eigenen gemeindeübergreifenden Gruppen mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam erarbeitet. Die Arbeit mit Teenagern steht besonders im Mittelpunkt. Deutlich ausgesprochen wurde auch, dass es nur dann gelingen wird, unsere Kinder und Jugendlichen mit dem Evangelium zu erreichen, wenn auch die Eltern bereit sind, mitzuarbeiten und die Gemeinde offen dafür ist.

Die Mitgliederzahl der EMK in Österreich steigt zwar sehr leicht, aber stetig.

Das Konferenzthema als Auftrag und Ziel: Dieses Anliegen, Gott und den Menschen zu dienen, prägt alle Gemeinden in Österreich. Sie sind motiviert aus der Freude am Evangelium. Wo diese jedoch fehlt, wird der Dienst zur Pflicht. Und daraus entsteht bald eine lästige Pflicht, der man sich zu entziehen sucht. - Das „Burn-Out-Syndrom“ ist demnach auch etwas, was in einem der Abendvorträge als eigenes Thema zur Sprache gekommen ist. In der Konferenzpredigt legte Konferenzlaienführer Gerhard Weissenbrunner den Akzent besonders auf die Freude. Unserm Herrn zu dienen, in ihm unsern „Chef“ zu sehen, der es gut mit uns meint, und der will, dass wir Freude haben - einem solchen Chef dient man gern. Denn es heisst, die auf IHN schauen werden strahlen vor Freude. Bischof Bolleter wies in seiner Predigt beim Abschlussgottesdienst darauf hin, wie wichtig es sei, mit unserm Herrn verbunden zu bleiben. Nur wer in IHM bleibt, kann auch missionarisch wirken. Mit dieser Zuversicht wollen wir in ein neues Konferenzjahr gehen und Gottes Segen für die Zukunft der EMK in Österreich erbeten.


Quelle: Charlotte Schwarz und Manfred Schwarz

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