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EMKNI - 17.06.2003   Zurück zur Übersicht

Welt: Happy birthday, John Wesley!

Heute können Millionen von Methodistinnen und Methodisten in der ganzen Welt den 300. Geburtstag von John Wesley, dem Begründer des Methodismus, feiern, der am 17. Juni 1703 geboren wurde.

Dr. Walter Klaiber, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, schreibt zum 300. Geburtstag von John Wesley u.a.:

„Nicht nur der Kreis der methodistischen Kirchen verdankt seinem Wirken sehr viel, sondern so unterschiedliche Strömungen wie die ökumenische Bewegung, die evangelistische Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts und teilweise auch die Pfingstbewegung.
Er wurde am 17.6.1703 in einem anglikanischen Pfarrhaus geboren. Zunächst verlief seine Laufbahn ganz in den Bahnen eines zukünftigen Geistlichen der Kirche von England. Allerdings zeichnete er sich schon als Student durch eine besondere geistliche Disziplin und durch soziales Engagement aus. Aber erst im Alter von 35 Jahren, nach der Erfahrung schmerzlichen Versagens als Missionar in Amerika, kam der Durchbruch für sein künftiges Wirken. In einer besonderen Stunde erlebte er die Wahrheit der reformatorischen Botschaft von Rechtfertigung allein aus Glauben und aus Gnaden für sich ganz persönlich. Das trieb ihn dazu, diese Botschaft gerade auch solchen Menschen zu verkünden, die von der Kirche nicht erreicht wurden. Er begann auf öffentlichen Plätzen unter freiem Himmel zu predigen. Drei Merkmale waren Kennzeichen seines Wirkens:
(1) John Wesley sammelte die Menschen, die von seiner Verkündigung angesprochen wurden, in Seelsorgegruppen und Gemeinschaften, in denen Glaubende und Suchende einander begleiteten. Dies sollte nicht eine neue Kirchengründung werden, sondern in ökumenischer Weite geschehen.
(2) Er sah Gottes Heilshandeln nicht nur in der Rechtfertigung, d.h. der gnädigen Annahme durch Gott und der Vergebung der Sünden, sondern auch in der Heiligung, also der Gestaltung eines Lebens durch Gottes Gnade.
(3) Er hielt die soziale Verpflichtung für eine Grunddimension des Christseins und setzt sich Zeit seines Lebens für die Armen ein. Der Zusammenklang dieser Merkmale gab seiner Theologie ihr eigenes Profil und ist die Ursache für ihre weltweite und andauernde Wirkung.“

Via Internet können Menschen heute rund um die Welt dabei sein, wenn in Grossbritannien der 300. Geburtstag von John Wesley in der Kathedrale in Lincoln gefeiert wird. Ab 14.30 Uhr (britische Uhrzeit) kann man im Internet live via Audio den Gottesdienst miterleben, übertragen von der BBC unter www.bbc.co.uk/lincolnshire. Britische Methodisten werden mit Persönlichkeiten aus ganz Grossbritannien und der Welt eine ökumenische Feier zum Leben und Vermächtnis des Gründers des Methodismus gestalten.
Ein Festival zum 300. Geburtstag von John Wesley, veranstaltet vom Europäischen Rat Methodistischer Kirchen, findet vom 30. Juli bis 3. August 2003 in Potsdam/Berlin auf der Halbinsel Hermannswerder statt.
Ein Radiobeitrag des ERF Schweiz zum 300. Geburtstag von John Wesley findet sich im Internet unter www.erf.ch/themen/art3263.html.

Einige Daten zum Lebenslauf von John Wesley

17.6.1703
Geburt in Epworth, England, als 15. von 19. Kindern des anglikanischen Pfarrers Samuel W. und seiner Frau Susanna
Juni 1720
Beginn des Studiums in Christ Church, Oxford
19.9.1725
Ordination zum Diakon der Anglikanischen Kirche. Beginn einer intensiveren Beschäftigung mit Fragen persönlicher Frömmigkeit
1726
Wahl zum Fellow des Lincoln College, Beginn einer akademischen Laufbahn
1728
Ordination zum Priester (Pfarrer) der Anglikanischen Kirche
1729
Bildung des „Holy Club“, einer Gruppe von Theologen und Theologiestudenten, die miteinander geistliche Disziplin und soziales Engagement leben wollten. Sie erhielten den Spitznamen „Oxforder Methodisten“.
14.10.1735
Abreise nach Georgia, um als Missionar unter Indianern und Pfarrer für die Siedler zu arbeiten. Auf der Überfahrt im schweren Sturm beeindruckt vom Glaubensmut mitreisender Herrnhuter.
22.12.1737
Rückkehr nach England auf Grund gravierender Probleme mit seiner Pfarramtsführung. Unter Herrnhuter Einfluss Bekanntschaft mit der reformatorischen Botschaft von der Rechtfertigung allein aus Glauben.
24.5.1738
Erfahrung der persönlichen Heilsgewissheit beim Verlesen von Luthers Vorwort zum Römerbrief (John Wesleys „Bekehrung“).
Sommer 1738
Reise nach Deutschland, Besuch in Herrnhut und bei Zinzendorf.
April 1739
Erste Predigten unter freiem Himmel zu Arbeitern und Bergleuten. Bestätigung seines Rufes als Missionar für die entkirchlichte Bevölkerung. In den folgenden Jahrzehnten viele Predigtreisen durch England, Irland und Schottland.
ab 1740
Gründung von Gemeinschaften zur seelsorgerlichen Begleitung von Menschen, die durch die Verkündigung angesprochen waren. Anstellung von Laien als „Assistenten“ für die missionarische Arbeit.
1742
Bildung von Kleingruppen („Klassen“) zur intensiveren Gruppenseelsorge
1743
Veröffentlichung der „Allgemeinen Regeln“ für die Gemeinschaften.
29.6.1744
Erste Konferenz der Prediger als Leitungsorgan der Bewegung.
18.2.1751
Heirat mit Mary Vazeille. Die Ehe verläuft unglücklich.
1754
Veröffentlichung der „Explanatory Notes upon the New Testament“, kurzen Erläuterungen zum Neuen Testament.
ab 1769
Aussendung von Missionaren nach Amerika
1784
Ordination zweier Prediger und eines Superintendenten für die Arbeit in den USA, da sich dort nach der Unabhängigkeitserklärung alle religiösen Gemeinschaften selbstständig zu organisieren hatten.
25.12.1784
Gründung der Methodist Episcopal Church in den USA
2.3.1791
Tod John Wesleys. Zu diesem Zeitpunkt zählte seine Bewegung etwa 100.000 Anhänger.


Quelle: EMKNI / Bischof Dr. Walter Klaiber / EMK Deutschland

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