Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 23.06.2003   Zurück zur Übersicht

USA/Israel: Ist die Inschrift echt?

Ben Witherington III, Professor für das Neue Testament am theologischen Asbury Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Wilmore (USA), verteidigt die Inschrift im Kalksteinossarium, das im letzten Jahr in Israel entdeckt wurde und der älteste archäologische Beweis von Jesus Christus sein könnte (siehe auch EMKNI-Meldung vom 31. Oktober 2002).

Die israelische Altertumsbehörde hatte am 18. Juni bekannt gegeben, sie sei der Ansicht, dass das Ossarium (Gebeinkasten) mit den eingeritzten Zeichen „Jakob, Sohn von Josef, Bruder von Jesus“ eine Fälschung sei. Shuka Dorfman, Direktor der Altertumsbehörde, spricht von einem Trick. „Das Ossarium ist echt. Aber die Inschrift ist eine Fälschung. Es bedeutet, dass jemand einen echten Kasten nahm und diesen beschriftete, um ihm möglicherweise eine religiöse Bedeutung zu geben.“

"Was Sie hier haben, ist ein Fall von sich duellierenden Gelehrten," sagt dagegen Witherington. Er und Hershel Shanks, Herausgeber des “Biblical Archaeology Review”, verfolgten die Entdeckung des Ossariums im letzten Jahr. Zusammen haben sie ein Buch geschrieben mit dem Titel: „The Brother of Jesus: The Dramatic Story & Meaning of the First Archaeological Link to Jesus & His Family, about the discovery of the ossuary.“

”Einige der besten Paläographen und zwei Teams von Wissenschaftern haben die Inschrift untersucht und nichts gefunden, was die Authentizität bezweifeln würde,“ meint Shanks. „Alles deutet auf das erste Jahrhundert hin. Es gibt zu viele Beweise zugunsten der Authentizität der Inschrift.“ Shanks ist der Ansicht, dass die Ankündigung einer Fälschung, ohne einen wissenschaftlichen Bericht dazu, voreilig sei. Wenn dieser Bericht veröffentlicht werde, könne er von Paläographen und Wissenschaftlern beurteilt werden. „Sollte sich am Ende wirklich erweisen, dass die Inschrift von einem modernen Fälscher angebracht wurde, dann hoffe ich, dass dieser Fälscher erwischt wird und ins Gefängnis kommt,“ so Shanks.

Witherington sagt, dass die Angaben der Altertumsbehörde unvollständig, wenn nicht falsch seien. So seien zum Beispiel die Untersuchungen des „Israeli Geological Survey“ und des „Royal Ontario Museum“ in Toronto nicht berücksichtigt worden, die zu anderen Schlüssen als die Behörde gekommen seien.


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service / Spiegel Online

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"