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EMKNI - 30.06.2003   Zurück zur Übersicht

Polen: Jährliche Konferenz tagte in Elk

Ein Bericht von der Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Polen vom 19. - 22. Juni 2003 in Elk, zusammengestellt von Bischof Heinrich Bolleter.

Gemeinsam in Christus
Das Thema der Konferenz war eine Einladung zum fairen Dialog über anstehende Fragen und Spannungen unter den Pastoren. Es wird zuviel übereinander und zuwenig miteinander gesprochen. Das Klima ist durch Neid und auch Verleumdung geprägt. Das stellte die Dienstgemeinschaft an der Konferenz fest. Eine grosse Herausforderung für alle bestand in der Tatsache, dass die Einheit in Christus durch vier Pastoren in Frage gestellt wurde. Persönliche Probleme und Ambitionen, sowie eigene Vorstellungen von Kirche und Gemeindearbeit führten dazu, dass sie der Jährlichen Konferenz drohten, den Dienst im Predigtamt der Evangelisch-methodistischen Kirche zu verlassen. Das ist immerhin ein Fünftel der aktiven ordinierten Ältesten. Nach vielen Gesprächen blieb einer aus der Gruppe übrig, der seine Kündigung auf die Jährliche Konferenz 2004 eingereicht hat. Er wird eine Anstellung durch eine interdenominationelle Organisation aus den USA annehmen.

Öffentliche Auftritte
Die EMK in Polen zeigt in den elektronischen Medien eine erstaunlich grosse Präsenz. Dazu verhalfen auch öffentliche Anlässe:
In Kielce wurde ein Buss-Marsch organisiert zur Erinnerung an den Pogrom gegen die Juden. Die polnische Öffentlichkeit nimmt erst heute wahr, dass sie selber auch an solchen Pogromen beteiligt war.
In Warschau wurde im weiteren ökumenischen Rahmen der 300. Geburtstag John Wesley's gefeiert.
In Elk feierte die Gemeinde ihr 80-jähriges Bestehen und in Stare Juchy konnte dank Hilfe aus der Schweiz und aus dem Fonds Mission in Europa das Ferienzentrum für Jugendliche erweitert und neu eröffnet werden.
In einer Resolution hat die Jährliche Konferenz zur wachsenden EU und dem bevorstehenden Beitritt Polens zur Europäischen Union Stellung genommen. Insbesondere wollen die Methodisten sich für die Minderheiten (auch für die religiösen Minderheiten) in Europa einsetzen. Sie erklären sich bereit zum Kampf gegen Korruption und auch gegen den Alkoholismus. Als Land mit christlicher Tradition sollte Polen alles tun, um den soziales Status aller anzuheben.

Theologische Ausbildung
Es wird erwartet, dass das Theologische Seminar ab September dieses Jahres im renovierten Gebäude in Klarisev einziehen kann. Dieser Umzug wird es möglich machen, dass die permanenten Studenten auch im Zentrum wohnen können. Es soll auch eine neue Fakultät für moderne Sprachen eingerichtet werden. Es ist unabdingbar, dass die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland für das Seminar weitergeht. Wahrscheinlich muss das bisherige Seminargebäude in Konstatin abgerissen werden.

Aus dem Bericht des Superintendenten
Vierzehn von 36 Gemeinden wachsen. Im Bericht wird auch von besonderen Herausforderungen gesprochen: Der Weg in die Europäische Union und die Erhaltung der christlichen Werte, die Identität der EMK in Polen, die Beteiligung der Laien in der Kirche, die Ausbildung der Pastoren, die Instandstellung des kirchlichen Eigentums.
Es wird festgestellt, dass die Kirche in Polen sich in der Zeit des Kommunismus und danach sehr eigenständig entwickelt hat. Sie hat sich also von der United Methodist Church weg bewegt. Die Frage der zukünftigen Ausrichtung wird diskutiert: Es geht um eine nähere Identifikation mit der EMK im Sprengel oder um einen eigenen Weg zusammen mit den anderen Kirchen der Leuenberger Kirchengemeinschaft (Lutheraner und Reformierte) in Polen. Es ist bezeichnend, dass erst in diesem Jahr der volle Text der Kirchenordnung der United Methodist Church (Ausgabe 2000) in polnischer Sprache verfügbar ist.
Am Schluss des Berichtes dankt der Superintendent für die Unterstützung der Gehälter der polnischen Pastoren durch die Geschwister im Ausland und ruft die Gemeinden in Polen auf, mehr Eigenleistung zu erbringen.


Quelle: Heinrich Bolleter, Bischof der EMK von Mittel- und Südeuropa

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