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EMKNI - 21.03.2003   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Bischof Klaiber zum Irak-Krieg

Angesichts des Krieges im Irak hat Dr. Walter Klaiber, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Deutschland, ein Schreiben an die Bischöfinnen und Bischöfe der amerikanischen EMK gerichtet, in dem er die aufmerksame und geschwisterliche Begleitung aus Deutschland anspricht.

Da die Evangelisch-methodistische Kirche (United Methodist Church) deutlich gegen einen Krieg votiert hat und sich viele seiner Bischofskollegen und -kolleginnen für den Frieden eingesetzt haben, schreibt Bischof Klaiber: "Wir sind vereint gewesen in unserer Überzeugung, dass dieser Krieg weder gerecht noch klug ist (falls ein Krieg überhaupt gerecht oder klug sein kann)... Ich bete insbesondere für eure seelsorgerliche Aufgabe an den Menschen in eurem Land. Viele von ihnen mögen zerrissen sein zwischen dem, was sie als ihre Pflicht im Dienst ihres Landes und seiner Sicherheit ansehen und dem, was sie als Wille Jesu, des wahren Friedensfürsten, zu ahnen beginnen."

Der volle – deutsche – Wortlaut des Schreibens:

Liebe Bischofskollegen:
Gnade und Friede sei mit euch im Namen unseres Herrn Jesu Christi.
Gnade und Friede sei mit euch in einer Zeit des Krieges in der Gnade und Friede zu schwinden scheinen. Gerade in dem Augeblick, in dem amerikanische und britische Soldaten dabei sind, den Irak anzugreifen, möchte ich euch einen Gruss aus Deutschland senden.
Wir sind während der vergangenen Monate in unserem Gebet und unseren Anstrengungen für eine friedliche Lösung im Mittleren Osten vereint gewesen.
Wir sind vereint gewesen in unserer Überzeugung, dass dieser Krieg weder gerecht noch klug ist (falls ein Krieg überhaupt gerecht oder klug sein kann).
Wir sind vereint gewesen in unserem Schmerz darüber, dass die Person, die die treibende Kraft hinter diesem Krieg zu sein scheint, nämlich der Präsident der Vereinigten Staaten, ein Mitglied unserer Kirche ist und nicht bereit war, auf das zu hören, was wir in unserer Kirche als Lehre des Neuen Testaments zur Frage Krieg und Frieden ansehen.
Ich hoffe, dass wir in unserem Gebet für alle Menschen, die von diesem Krieg betroffen sind, vereint bleiben: für die Menschen im Irak, die unter militärischen Angriffen und internem Chaos leiden werden und für die, die man in diesen Krieg gesandt hat und die ihr Leben aufs Spiel setzen, ohne gefragt zu werden.
Ich hoffe, dass wir auch in unseren Anstrengungen vereint bleiben, uns für Versöhnung einzusetzen und nicht einfach für Dominanz.
Ich bete insbesondere für eure seelsorgerliche Aufgabe an den Menschen in eurem Land. Viele von ihnen mögen zerrissen sein zwischen dem, was sie als ihre Pflicht im Dienst ihres Landes und seiner Sicherheit ansehen und dem, was sie als Wille Jesu, des wahren Friedensfürsten, zu ahnen beginnen.
Gott möge euch Weisheit und Kraft geben für all das, was ihr in der Öffentlichkeit sagt und im Dienst der Lehre und der Verkündigung in der Kirche weitergebt.
Und noch einmal: Gnade und Friede sei mit euch!
Walter Klaiber

Bischof Klaiber hat sich mit einem Schreiben auch an die EMK-Gemeinden in Deutschland gewandt.
Ausserdem hat er sich auch, als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, zusammen mit Präses Manfred Kock, Ratsvorsitzender der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) und Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, kurze Zeit nach Beginn der Bombardierung Bagdads zur aktuellen Entwicklung geäussert. Gemeinsam haben sie in einem Text die Christen in Deutschland aufgerufen, für den Frieden zu beten.


Quelle: EMK Deutschland, Matthias Walter / EKD

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