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EMKNI - 25.03.2003   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Stellungnahme des Kirchenvorstandes zum Irak-Krieg

Der Kirchenvorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Deutschland hat eine Stellungnahme zum Irak-Krieg abgegeben. Wir veröffentlichen untenstehend den kompletten Wortlaut.

Stellungnahme des Kirchenvorstands zum Irak-Krieg

Gehofft und gebetet haben wir bis zuletzt, dass dieser Krieg nicht stattfindet. Wir sind der Überzeugung, dass der Beginn eines Krieges gegen den Irak ohne UN-Mandat eine Verletzung des Völkerrechts darstellt.
Wir verfolgen nun mit grosser Sorge, wie dieser Krieg geführt wird. Wir müssen befürchten, dass unschuldige Menschen sterben und Tausende fliehen. Das ganze Ausmass der Folgen ist noch nicht absehbar. Wir denken in unseren Gebeten an die betroffenen Kinder, Frauen und Männer, an die Opfer unter der Zivilbevölkerung aber auch an die Soldaten auf beiden Seiten, die in den Krieg geschickt werden.
Gerade angesichts dieser Leiden wollen wir daran festhalten, dass der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden weder sinnlos war noch sinnlos ist.
Gegen alle verständliche Resignation erinnern wir an das bewegende Engagement in den Gemeinden für eine friedliche Entwaffnung des Irak. Friedensgebete, Kundgebungen, offene Briefe haben sich in eine weltweite Bewegung eingereiht. Diese Verbundenheit, auch mit unseren methodistischen Geschwistern in aller Welt, ist ein grosses Hoffnungszeichen. Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Der Bischofsrat unserer Kirche hat immer wieder versucht, Präsident Bush diese Überzeugung der Evangelisch-methodistischen Kirche, wie sie in den Sozialen Grundsätzen niedergelegt ist, deutlich zu machen. Wir bedauern ausserordentlich, dass er nicht zu einem Gespräch bereit war und nicht auf den Rat seiner Kirche gehört hat.
Wir halten daran fest, dass Krieg kein Instrument der Politik ist und hoffen, dass auch unsere Regierung der Versuchung widersteht, sich fatalistisch zurückzuziehen oder gar opportunistisch auf die Seite der Stärkeren zu wechseln. Wir unterstützen sie in dem Bemühen, die Folgen des Krieges durch humanitäre Hilfsmassnahmen zu lindern. Als Christen werden wir durch Jesu Taten bestärkt, den Weg des Friedens auch in angefochtenen Zeiten weiterzugehen. Unser Widerstand gegen einen Krieg ist kein idealistischer Wunschtraum, sondern eine Antwort aus dem Glauben.

Der Kirchenvorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche
Bischof Dr. Walter Klaiber


Quelle: Kirchenvorstand der EMK Deutschland

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