Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 28.03.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Bischof Sprague, Jim Winkler und Linda Bales bei Demonstration verhaftet

Bischof Sprague wird verhaftet  © UMS, Rick ReinhardFast 70 Menschen, darunter ein methodistischer Bischof und weitere religiöse Verantwortliche, wurden am 26. März 2003, nahe dem Weissen Haus in Washington, während einer friedlichen Demonstration gegen den Krieg mit dem Irak festgenommen. Im Lafayette Park versammelte sich die Demonstranten, um Lieder zu singen und zu beten. Sie trugen Protestzeichen gegen den Krieg mit sich. Dabei wurde der methodistische Bischof C. Joseph Sprague aus Chicago, Jim Winkler, Generalsekretär des General Board of Church and Society (GBCS) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) und Linda Bales, Stabsleiterin des Louise und Hugh Moore Bevölkerungsprojekts, ein Teil des GBCS, verhaftet. Zu den weiteren Verhafteten gehörten unter anderem auch der römisch-katholische Bischof Thomas Gumbleton aus Detroit, Rabbi Arthur Waskow aus Philadelphia und Daniel Ellsberg, der die Pentagon Papiere (eine Studie der amerikanischen Regierung mit 8000 Seiten Geheimdokumenten zur Geschichte des amerikanischen Engagements in Vietnam seit den 50er Jahren) in den 70er Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte. Laut dem Polizeisprecher Sgt. Scott Fear, werden jene, die festgenommen wurden, bezichtigt, ohne Genehmigung demonstriert zu haben. Ihnen wurde ein Gerichtstermin bekannt gegeben und danach wurden sie wieder freigelassen.

"Der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche hat viermal versucht, einen Termin mit Präsident Bush zu erhalten," sagte Bischof Sprague an einer Pressekonferenz vor der Demonstration. "Es hat keine Antwort gegeben ausser ein knappes ‚Thanks, but no thanks’." Bush hat vor Beginn der Feindseligkeiten nur einen religiösen Vertreter zum Thema Krieg getroffen, nämlich den italienischen Kardinal Pio Laghi, ein päpstlicher Abgesandter.

Nach der Pressekonferenz zog die Gruppe zu dem nur wenige Strassenzüge entfernten Weissen Haus mit einem Banner, auf dem stand: "Krieg ist immer Niederlage für die Menschheit". Ein Teil der Versammlung war, gemäss Sprague, darauf ausgerichtet, eine Friedensnachricht dem Präsidenten zu überbringen. "Das Weisse Haus hört den Bischofsrat nicht an," sagte Sprague. "Aufgrund dieser gegebenen Realität erfordert es Strategien, die aus den Alltäglichen heraustreten, untypische statt typische." Jim Winkler, Generalsekretär des GBCS, sagte: „Ich fühle, es ist Zeit, an die vordersten Linien zu gehen. Unsere Behörde (Anm.: das GBCS) hat erklärt, dass Krieg falsch ist, und jetzt wo er angefangen hat, ist es immer noch falsch. Dieser Krieg ist ungerecht, unnötig und unsicher." An der Pressekonferenz wies Winkler darauf hin, dass der Präsident und Vizepräsident der Vereinigten Staaten Methodisten seien. "Aber ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass Jesus nicht für die Unterstützung dieses Kriegs ist," sagte er. "Ich denke, dass dieser Krieg eine Ablenkung von dringenderen Bedürfnissen der Menschheit ist," so Linda Bales. Nachdem sie aus dem Gefängnis in der Nacht vom 26. März 2003 freigelassen wurde, sagte sie, dass es keine Frage für sie war, dass die Demonstration und die Verhaftungen lohnenswert gewesen sind. "Ich würde es wieder tun," sagte sie. "Es war eine Zeit der Heilung und eine Zeit, unserer Traurigkeit und unseren Kummer über den Krieg auszudrücken." Ein Passant, der die Demonstration sah, meinte, sie sei "zu klein, zu spät". Die Antwort von Linda Bales: „Es ist nie zu spät, um für den Frieden zu arbeiten.“


Quelle: United Methodist News Service

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"