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EMKNI - 01.05.2003   Zurück zur Übersicht

Ungarn: Tagung der Jährliche Konferenz der EMK in Dombovar

Im Jubiläumsjahr zum 300. Geburtstag John Wesley's stand die Tagung der Jährlichen Konferenz (JK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Ungarn, die vom 23. bis 26. April 2003 in Dombovar tagte, unter dem Motto: "Der Glaube, der durch die Liebe tätig ist". Am festlichen Abend mit Vertretern der Regierung und der Kirchen von Dombovar sprach Bischof Heinrich Bolleter über Leben und Wirken John Wesley's. Im Bericht des Superintendenten an die Konferenz wurde auf den Krieg im Irak und die Volksabstimmung zum Beitritt in die Europäische Union hingewiesen. Beides bewirkt Angst und Unsicherheit, weil die Konsequenzen nicht abzuschätzen sind. Seit Jahren lebt Ungarn unter dem Druck der ökonomischen Anpassung an die EU. Es besteht die Frage, ob das Durchhaltevermögen in der Gesellschaft noch ausreicht. Die Rentner, welche allein von der staatlichen Rente leben müssen, existieren unter der Armutsgrenze. Die Klein- und Mittelbetriebe in den Randregionen gehen bankrott. Die Landwirtschaft sieht sich beim EU -Beitritt vor einem Desaster. In diesem Klima der Verunsicherung tut die Ungarische Kirche ihren Dienst. In der ProChrist-Evangelisation haben im März dieses Jahres 250 Kirchgemeinden (Reformierte, Katholiken, Methodisten, Baptisten und
Pfingstgemeinden) teilgenommen. Es besteht ein starkes Bewusstsein, dass gemeinsame missionarische Initiativen gefragt sind.

Wachsen und Teilen
In Budapest sind neu drei EMK-Gemeinden missionarisch tätig: Ein neuer Gemeindebezirk ist in Verbindung mit dem Alterszentrum in Budakeszi entstanden. Dort werden mit dem Gottesdienst ca. 40 Personen erreicht. Darunter sind fast die Hälfte Studenten, welche auch als Jugendgruppe aktiv sind. Es besteht der Plan, auf dem Gelände des Martha-Maria-Heimes eine kleine Kirche zu bauen. Im Januar dieses Jahres fand mit einem Sendungsgottesdienst die Teilung der traditionellen Gemeinde auf der Pest-Seite statt. Damit ist nun auch offiziell, was die Gemeinde durch bauliche und missionarische Initiativen angestrebt hat: Je eine Gemeindezentrum auf der Pester und der Obuda Seite der Stadt. Die Initiativen für Mutter und Kind haben viele neue Kontakte im Quartier ermöglicht.

Festigung der "Wesley-Allianz"
Die Zusammenarbeit unter den Kirchen mit "wesleyanischen" Wurzeln nimmt immer konkretere Gestalt an: gemeinsame Veröffentlichungen methodistischer Literatur und gemeinsame Laienschulung (auf dem Niveau einer Fachhochschule) stehen im Zentrum der Allianz. Die Heilsarmee, die Freie Methodistenkirche die Nazarenerkirche und die World Gospelmission sowie die EMK haben sich ein gemeinsames Allianz-Statut gegeben und wollen sich als öffentlich rechtlicher Verein eintragen lassen. Dies kann ein interessantes Modell für andere Mitteleuropäische Länder werden. Eine bittere Pille bleibt, dass eine anfangs der 70er Jahren des letzten Jahrhunderts abgespaltete Gruppe der EMK sich nicht entschließen konnte, in dieser Allianz mit zu machen.

Kommunikation hat hohe Priorität
Der Frauendienst plant einen Rundbrief heraus zu geben. Die Jugend ist schon auf dem Internet. Ausserdem hat sie eine eigene Monatszeitschrift mit dem Titel MIX entwickelt. Die Konferenz ist noch nicht auf dem Internet, da es schlicht an Kräften fehlt, welche diese Seite auch betreuen könnten. Das Heft mit den täglichen Andachten hat eine Auflage von 5100 Exemplaren erreicht, davon sind 250 Leser Empfänger eines elektronischen Abonnements. Die Zeitschrift "Der Methodist" kommt in einer Auflage von 400 Stück heraus. In Radio und Fernsehen hat die kleine EMK in Ungarn 24 Auftritte im Jahr!

Pfarrernachwuchs und Pfarrerlöhne?
Es gibt 9 junge Methodistinnen und Methodisten, welche zur Zeit Theologie studieren. Die meisten tun dies unabhängig von einer Empfehlung ihrer Gemeinde. Es werden zur Zeit drei Kategorien von Studierenden unterschieden: die Unabhängigen, die von der Kirche unterstützten und die offiziellen Kandidaten der Kirche. Die letzteren haben die Gewissheit einer Berufung ins Predigtamt der EMK und auch die entsprechenden Empfehlungen.
Die Gehälter für kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind viel zu tief und es wird ein großer Effort unternommen, diese in eine Normalität zu führen. Die Regierung hat ein Minimalgehalt für Leute mit einem Diplomabschluss auf 400 Euro im Monat festgelegt. Mit einer Lohnerhöhung von 30 Prozent im Jahr 2003 kommen die Pastoren auf 70 Prozent des staatlich vorgeschriebenen Minimallohnes. Um die Gehaltserhöhungen zu bewältigen müssen die Bezirke um 7,6 Prozent höhere Auflagen bezahlen und die Finanzen der Kirche umgeschichtet werden, das heisst, es sollten weniger Investitionen in Bauten gemacht werden. 37 Prozente des Gesamtbudgets kamen im vergangenen Jahr aus dem Ausland. Die Anspannung im Finanzbereich hat zu vielen Fragen, aber auch zu einer eindeutigen Entscheidung für das solidarische Mittragen aller Gemeindebezirke geführt.


Quelle: Bischof Heinrich Bolleter

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