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EMKNI - 20.05.2003   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Ökumenischer Gottesdienst im Baregg-Tunnel

Allen Trendmeldungen zum Trotz: die Kirche macht noch immer mobil. Mehr als 800 Personen, Jugendliche und Erwachsene nahmen am ökumenischen Gottesdienst am letzten Sonntag im Baregg-Tunnel teil. Die Feier mit kritischen Fragen zur modernen Mobilität stand unter dem Motto „Unterwegs – zum Leben?!“.
Einen ungewöhnlichen aber stimmungsvollen Rahmen bot die leere dritte Tunnelröhre am Sonntagmorgen dem ökumenischen Gottesdienst der Kirchgemeinden und Pfarreien rund um den Baregg. Durch die Licht-und Musikanlagen der erst vor ein paar Stunden verklungenen Tunneldisco geht der Weg der Besucherinnen und Besucher bis in die Mitte des Tunnels. Dort sind die Stühle bereits alle besetzt, und mehr als hundert Gäste stehen den Tunnelwänden entlang.
Pfarrer Stefan Blumer, Baden, weiss in seiner Ansprache, warum so viele da sind: „Die Kirche geht dahin wo die Leute sind.“ Nach dem mitreissenden Auftakt des Gospelchors „Voices of Joy“ wechseln sich besinnliche, fröhliche und kritische Beiträge der vielen Beteiligten ab. Sie kommen in verschiedenen liturgischen Gewändern aus den Römisch-katholischen, reformierten und methodistischen Kirchgemeinden Baden, Wettingen, Birmenstorf, Mellingen, Neuenhof und Fislisbach, der christkatholischen Kirchgemeinde Baden-Brugg sowie der Syrisch-orthodoxen Kirchgemeinde St. Efrem (CH) und denken über „Mobilität“ nach, das Zauberwort unserer modernen Gesellschaft.
Mobilität hält jung und dynamisch, eröffnet neue Horizonte, beflügelt die Fantasie und bringt die Welt zusammen. Doch sind mobile Menschen auch wirklich „unterwegs zum Leben“? Bleibt bei diesem Tempo nicht oft die Seele auf der Strecke? Pfr. Stefan Blumer schlug in seiner Predigt kritische Töne an: „Weniger wäre mehr. Wir sollten mehr abbremsen und anhalten, statt immer nur beschleunigen. Ich wünsche mir weniger Stress, dafür um so mehr Begegnungen und Träume. Und warum sollten wir nicht gelegentlich einen Stau verursachen, der uns und andere zum Innehalten zwingt?“ Oder mit den Worten von Ernst Bloch: „Das Wesentliche im Leben will lange Weile haben.“
Anschliessend wurde die neue Tunnelröhre von den Priestern Sepp Grüter, Baden, Markos Bahnan, Syrisch-orthodox, und der christkatholischen Priesterin Denise Wyss, Baden-Brugg, gesegnet. Zum Abschluss trug der Jugendchor der Syrisch-orthodoxen Gemeinde das „Unser Vater“ auf aramäisch, der einstigen Sprache Jesu, vor.
Umrahmt wurde die eindrückliche Feier vom mitreissender Gospelgesang der Voices of Joy und den beiden Musikgruppen der methodistischen Gemeinde Baden und dem Musikteam Fislisbach. Der anschliessende Apéro vor dem Baregg-Tunnel, bei dem es aufgrund der grossen Teilnehmerzahl wieder einmal zum Stau vor dem Baregg kam, wurde von den Quartiervereinen Baden offeriert.


Quelle: ria / Annette Lüthy-Altherr

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