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EMKNI - 27.05.2003   Zurück zur Übersicht

Algerien: Beten für die vom Erdbeben schwer geprüfte Bevölkerung

Auch die christliche Minderheit in Algerien ist vom schweren Erdbeben, das vergangene Woche den Norden des Landes erschüttert und viele Opfer gefordert hat, nicht verschont geblieben:

Die Gemeinden der Eglise Protestante d‘Algérie (EPA) sind zwar nur am Rande betroffen, weil die meisten Mitglieder ausserhalb des Gebietes leben, in dem die schwersten Schäden zu verzeichnen sind. So ist denn auch keines der Mitglieder verletzt oder gar verschüttet worden. Das Haus, in dem der Präsident der EPA, Hugh Johnson, und seine Frau Fritzi leben, weist allerdings einige Risse und Löcher auf, die repariert werden müssen, wenn die Erde wieder ganz zur Ruhe gekommen ist. Zudem sind 3 Schornsteine einer Liegenschaft in Fort National durch das Dach gebrochen und haben grössere Zerstörungen angerichtet.

Den Gemeinden der römisch-katholischen Kirche erging es schlechter. Sie haben mehrere Liegenschaften in der Nähe des Epizentrums, und mehrere Kapellen sowie Pfarrhäuser sind denn auch schwer beschädigt worden. Zum Teil sind sie nur noch Schutthaufen. Einige afrikanische Studenten in Boumerdes haben sich beim Einsturz der Häuser Verletzungen zugezogen.

Vom Erdbeben ist auch die Arbeit der Caritas, in die Fritzi Johnson involviert ist, schwer getroffen worden. Einige Mitarbeiterinnen von Kindergärten sind ums Leben gekommen oder verletzt worden, und verschiedene Gebäude weisen schwere Schäden auf.

Während ältere, nicht unterhaltene Gebäude in Algiers teilweise oder ganz zerstört worden sind, hat die Stadt als Ganzes vergleichsweise wenig Schäden erlitten. Die Städte und Orte im Osten der algerischen Hauptstadt hingegen weisen schwere Zerstörungen auf; vor allem jene, die an der Küste und bis zu 30 km im Landesinneren liegen. Leider hat eine mangelhafte Organisation verhindert, dass Katastrophenhilfe-Einheiten und Bergungsgeräte/Soforthilfe schnell in den betroffenen Gebieten angekommen sind.

Aus kirchlicher Sicht fliesst die Hilfe an die schwer geprüfte Bevölkerung momentan durch zwei Kanäle: durch die Arbeit der Caritas sowie durch ein Hilfsprogramm der EPA. Nach Möglichkeit wird versucht, die notwendigen Zelte, Decken, Lebensmittel, Wasserbestände und Kleider vor Ort einzukaufen, um lange Wartezeiten in den Häfen Algeriens zu umgehen und wirklich schnelle und effiziente Hilfe leisten zu können.

Konkrete Informationen über die Hilfsaktivitäten folgen so bald als möglich. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie die leidgeprüfte Bevölkerung im Norden Algeriens in Ihren Gebeten begleiten.


Quelle: Service Caritas d‘Algérie / Fritzi Johnson und Bischofssekretariat der EMK

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