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EMKNI - 07.11.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Reuters überdenkt ihre Politik zur religiösen Werbung

Die Kontroverse um eine religiöse Werbung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) auf der grössten Videowand der Welt am Times Square in New York hat die Firma Reuters Communications dazu gebracht, ihre Position dazu zu überdenken.

Ab dem 15. November 2003 wäre die Botschaft der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), "open hearts, open minds, open doors", mit Bildern auf der grössten Videowand der Welt auf dem Times Square in New York ausgestrahlt worden, wenn nicht die Firma Reuters Communications ihr Veto eingereicht hätte, weil sie keine religiöse Werbung auf der Videowand zulässt. Die Videowand über 28 Stockwerke ist am Gebäude, das Reuters mit der Firma Instinet teilt, angebracht und kann täglich von geschätzten 1,5 Millionen Menschen gesehen werden (siehe auch EMKNI-Meldungen vom 24.10.2003 und 21.10.2003).

Die jetzige Kontroverse brach aus, weil United Methodist Communications, die diese 30'000 Dollar teure Werbung auf der Videowand platzieren wollte, ihre Besorgnis zur Politik von Reuters Communications geäussert hatte mit der Frage, warum sie nicht denselben Zugang erhalte, wie Firmen, die mit Alkohol oder anderen Produkten werben würden. Der Evangelisch-methodistische Kirche sollte denselben Zugang und dieselbe Gelegenheit an einem kommerziellen Marktplatz erhalten, wie "eine Firma, die Bier verkauft," sagte Larry Hollon, Leiter von United Methodist Communications. Auch die Kommission für die Kommunikation vom Nationalen Rat der Kirchen gab eine Erklärung heraus, mit der sie das Recht von religiösen Organisationen unterstützt, an öffentlichen Plätzen die Menschen anzusprechen. Der Rat bat Kommunikationsbetriebe, deren Politik es sei, religiöse Stimmen auszuschliessen, diese zu überprüfen.

Die Firma Reuters Communications hat nun reagiert. So habe die Firma dabei immer versucht, die Unabhängigkeit, Integrität und Freiheit in der Ausrichtung zu unterstützen, so Thomas H. Glocer, Vorstandsvorsitzender von Reuters Communications, in einem Brief vom 28. Oktober 2003 an United Methodist Communications. “Wir haben uns immer geweigert, politische oder religiöse Werbung zu übernehmen, um auf jeden Fall zu vermeiden, dass damit suggeriert werden könnte, dass wir die Organisation oder die Meinung dahinter unterstützten,“ so Glocer. "Ihre vorgeschlagene Anzeige und die Entwicklung unseres Geschäfts hat uns Gründe gegeben, unsere Position zu überdenken," schrieb er weiter.

In seinem Brief an Larry Hollon, Leiter von United Methodist Communications, anerkannte Glocer, dass die Evangelisch-methodistische Kirche das gleiche Recht haben sollte, auf dem öffentlichen Platz zu kommunizieren wie andere Kunden. „Wenn ich darüber nachdenke, glaube ich, dass Sie recht haben,“ so Glocer. „Die Konsumenten sind über die letzten Jahre erfahrener geworden, und ich denke, dass eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass eine Anzeige als Meinung des Nachrichtenkanals Reuters betrachtet wird.“ Er gab an, dass Reuters die Bedingungen ihres Mietvertrags und die Werbepolitik im Bezug auf das Verbot religiöser Werbung überprüfen werde.

Larry Hollon sagte, die Schnelligkeit, mit der Reuters die Situation angesprochen habe, zeige positiv die Integrität der Führungsverantwortlichen dieser Firma. Die ganze Aktion zeige, dass die Firma nicht nur bereit sei, zuzuhören, sondern auch erwägen würde, ihre Politik nach Anhörung der Besorgnis zu ändern. „Sie haben mit einem Brief an mich angezeigt, dass Reuters unsere Kampagne begrüssen würde, und dies sind sehr gute Neuigkeiten für uns,“ so Hollon. Er beglückwünschte Reuters Communications für ihre Bereitschaft, ihre Politik zu ändern, und sagte, United Methodist Communications „schaue vorwärts zu dem Tag, an dem die Evangelisch-methodistische Kirche auf der Videowand von Reuters am Times Square präsent sein wird.“


Quelle: United Methodist News Service / EMKNI

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