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EMKNI - 24.11.2003   Zurück zur Übersicht

Simbabwe: Ex-Staatspräsident Banana begraben

Canaan Sodindo Banana, der erste nachkoloniale Präsident von Simbabwe und ein ehemaliger methodistischer Pfarrer, ist letzte Woche in Simbabwe beerdigt worden. Er war nach langer Krankheit am 10. November 2003 im Alter von 67 Jahren in einem Spital in London/Grossbritannien gestorben.

International war Banana in der ökumenischen Bewegung als Kämpfer für Menschenrechte und gegen die Rassentrennung bekannt geworden. So gehörte er im Jahr 1989 zu einer vom Weltkirchenrat berufenen Gruppe von Prominenten, die Wirtschaftssanktionen gegen Südafrika forderte. Später lehrte Banana Theologie an der Universität von Simbabwe.

Die Karriere von Banana endete im Jahr 1999, als er vom Obersten Gericht in Harare wegen 11 Fällen von sexuellem Missbrauch und Homosexualität (in Simbabwe eine strafbare Handlung) verurteilt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er sich während seiner Amtszeit als Staatspräsident (1980 -1987) in seiner Residenz an Leibwächtern, einem Koch und einem Gärtner vergangen hatte. Banana entzog sich einige Zeit der Strafe durch Flucht nach Südafrika, kehrte dann aber selbst wieder ins Land zurück, nachdem ihm Zugeständnisse gemacht worden waren. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, davon ein Jahr auf Bewährung. Aufgrund seiner Verurteilung wegen homosexueller Nötigung von Untergebenen wurden Banana im Jahr 1999 alle Ordinationsrechte von der Methodistenkirche in Simbabwe entzogen. Banana, der seit 1962 ordinierter Pfarrer war, focht den Beschluss der Kirchenleitung nicht an.

Wegen seiner strafrechtlichen Verurteilung wurde Banana 500 Kilometer von dem Ort beerdigt, an dem Führungspersönlichkeiten begraben liegen, die für die Befreiung des Landes gekämpft haben. Simbabwe war im Jahr 1980 von Grossbritannien unabhängig geworden.


Quelle: Ecumenical News International / EMKNI

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