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EMKNI - 27.11.2003   Zurück zur Übersicht

USA: EMK zahlt eine Million Dollar wegen einer Vergewaltigung

Ein Gericht in Tennessee/USA hat einen Vergleich von einer Million US-Dollar im Fall eines 12-jährigen Mädchens bestätigt, das im Jahr 2001 im methodistischen Lager Cedar Crest vergewaltigt worden war. Die Familie des Mädchens hatte gegen die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) von Tennessee geklagt.

"Wir sind wegen der ganzen Situation sehr betrübt und bedauern zutiefst, was alles geschehen ist," sagte EMK-Bischof William Morris, der die Jährliche Konferenz leitet, in einem Interview in diesem Monat.

Die Jährliche Konferenz hatte den Vergleich in einer speziellen Sitzung am 27. Juli 2003 in Nashville genehmigt. Das Geld kommt aus finanziellen Reserven von Konferenzkonten, flüssigen Mitteln und von einer Versicherung.

Während der speziellen Sitzung gab die Jährliche Konferenz eine Resolution heraus, "dass die Mitglieder der Jährlichen Konferenz von Tennessee und ihrer verschiedenen Kirchen fortfahren, für Heilung und Wiederherstellung des Opfers und ihrer Familie vom Angriff zu beten...und wir die Gnade und das Erbarmen von Gott anrufen für alle, die von dieser Erfahrung beeinflusst wurden.“

Die Jährliche Konferenz prüft jedes Jahr die Verantwortlichen des Lagers Camp Crest und führt auch jährliche Ausbildungen durch, in denen auch das sexuelle Verhalten und Verfehlungen thematisiert werden. Auch der 21-jährige X., dem die Vergewaltigung zur Last gelegt wird, passierte jedes Mal die Überprüfung. Er hatte aber eine Eintragung von einem Jugendgericht, die aber unter Verschluss war und darum der Jährlichen Konferenz nicht zur Verfügung stand. X. arbeitete fast drei Jahre wärend des Sommers im Lager, bevor er das Mädchen am 19. Juli 2001 wahrscheinlich vergewaltigte. Das Mädchen hatte in der Nacht ihre Schlafkabine verlassen, um auf die Toilette zu gehen, als sie von X. gepackt wurde. Er nahm sie ins Badehaus mit und griff sie dort sexuell an. X. rief später die Polizei an und sagte, dass er das Mädchen vergewaltigt habe. Am 25. Oktober 2003, einige Tage vor einer Gerichtsverhandlung, wurde er erhängt in seiner Zelle aufgefunden. Laut Polizei war es ein Selbstmord.

Sofort nach dem sexuellen Übergriff bot die Jährliche Konferenz den Lagerteilnehmenden, ihren Familien und den Verantwortlichen des Lagers Seelsorgemöglichkeiten an und zwar für alle über den gesamten Zeitraum, indem X. in diesem Lager gearbeitet hatte. Die Jährliche Konferenz hielt auch eine Reihe von öffentlichen Foren ab, wo Menschen Fragen stellen und Hilfe erhalten konnten für ihre Gefühle über das, was geschehen war. Die Jährliche Konferenz verstärkte ihre Überprüfung von Lagerverantwortlichen und entwickelte ein neues Handbuch für die Sicherheit von Lagerteilnehmenden.

Eine Task Force-Gruppe überprüfte die Politik im Bezug auf Kinder- und Jugendlager und kam zum Schluss, dass die vorhandenen Verfahren „umfassend und gut angewendet werden.“ Sie gab zwanzig Empfehlungen für die Sicherheit von Lagerteilnehmenden ab. Als ein Resultat wurden in den Schlafkabinen des Lagers Camp Crest chemische „Trocken-Toiletten“ installiert, so dass die Jugendlichen in der Nacht nicht mehr nach draussen müssen, wie es beim Opfer der Fall war.


Quelle: United Methodist News Service

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