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EMKNI - 27.10.2003   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Informationsstand von Connexio auf öffentlichem Platz in Bern

Über das vergangene Wochenende fanden in Bern die Begegnungstage von Connexio, dem Netzwerk für Mission und Diakonie der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) statt (siehe auch EMKNI-Meldung vom 03.10.2003). Im Rahmen dieses Anlasses stellte Connexio am Samstag auf einem öffentlichen Platz einen Informationsstand auf, um mit den Menschen auf der Strasse ins Gespräch zu kommen. Dazu ein kurzer Stimmungsbericht von EMKNI:

10.30 Uhr, Kornhausplatz, Bern. Vor dem berühmtesten antiken Turm der Landeshauptstadt, dem Zytglooge-Turm, hat Connexio einen überdeckten Informationsstand aufgebaut. Wenig Papier, kurze prägnante Informationen: Ein Tisch mit einem grossen Memoryspiel, zwei Pinwände, eine Schautafel. Zwei Pfarrer der EMK, Stefan Moll und Gunnar Wichers, stehen an diesem Stand und fordern die Passanten auf, beim Memoryspiel "Not wenden - notwendig" mitzuspielen. Es gilt, jeweils eine Textkarte mit dem passenden Bild dazu zu finden, die Beispiel der Connexio-Arbeit zeigen. Die Sonne scheint, aber es ist beissend kalt. "Wir haben hier einen unaufdringlichen Stand aufgebaut, der eigentlich nichts anderes bezwecken soll, als Aufmerksamkeit zu erregen. Der Stand ist von einer sehr guten Idee geprägt," sagt Stefan Moll gegenüber EMKNI und meint weiter: "Doch die Berner sind beschäftigt und wollen sich nicht stören lassen, es läuft harzig, es kommen zu wenig Menschen an den Stand." Dies zeigt sich deutlich. Einzelne verstohlene Blicke auf den Stand und dann wird zügig weitergegangen. Eine junge Frau entschuldigt sich, "ich muss bald das Kind stillen". Eine ältere Frau bleibt einige Sekunden stehen, nimmt eine Broschüre entgegen und geht mit ihren Freundinnen weiter. Warum hat Connexio auf diesem belebten Platz einen Stand aufgebaut? Stefan Moll: "Die Leute müssen wissen, dass das Thema "Not wenden" nicht nur eine kircheninterne Frage ist, sondern für alle Menschen wichtig ist." Besser läuft es dann am Nachmittag. Wie Mario Dall'Oglio, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit von Connexio, gegenüber EMKNI erklärte, waren sein Erfahrungen am Nachmittag, dass sobald zwei bis drei Leute miteinander Memory spielten, die Neugier der Passanten geweckt wurde. Eine kleine Menschentraube bildete sich und das Eis war gebrochen. Es ist wirklich wie mit der Not: wo ein Mensch die Not wendet, finden sich plötzlich zwei, vier oder mehr Hände, die mithelfen, Not zu wenden. So erzählte ein junger Taxichauffeur nach dem Memoryspiel über die Nöte älterer, alleinstehender Fahrgäste. Diese Taxifahrten enden schon mal so, dass die Lampe zuhause beim Fahrgast geflickt oder sogar das Bett zusammengestellt wird. "Dies ist eine Einladung, nein, nicht Taxichauffeur zu werden, aber sich die notwendig Zeit zu nehmen, zuzuhören und zu handeln," so Dall'Oglio.


Quelle: Andy Schindler-Walch, EMKNI

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