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EMKNI - 01.09.2003   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Methodistenpfarrer Sam Kobia ab 2004 neuer ÖRK-Generalsekretär

Pfarrer Dr. Samuel KobiaNeuer Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Genf ist der Methodistenpfarrer Dr. Samuel Kobia (56) aus Kenia. In nichtöffentlicher Sitzung des ÖRK-Zentralausschusses erhielt der als Direktor für Afrika beim ÖRK tätige Theologe die Mehrheit der Stimmen der 134 Wahlberechtigten. Sein Gegenkandidat war der lutherische norwegische Theologe Trond Bakkevig. Kobia tritt im Januar 2004 die Nachfolge des deutschen Theologieprofessors Konrad Raiser an, der Ende des Jahres nach elfjähriger Amtszeit in den Ruhestand geht.
In einer ersten Stellungnahme dankte Kobia für seine Wahl. Um die Befähigung zu erreichen, die Welt zu inspirieren, bedürfe es innerer Stärke. "Unsere Stärke liegt in unserer Einheit", sagte der afrikanische Pfarrer. Er erinnerte daran, dass der Ökumenische Rat zu aller erst eine Gemeinschaft von Kirchen sei. Seine wesentliche Aufgabe bestehe darin, einander gegenseitig zu sichtbarer Einheit im Glauben zu ermutigen.
Kobia zitierte ein afrikanisches Sprichwort: "Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine. Doch wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen". Er bete dafür, dass die Menschen in der ökumenischen Bewegung "gemeinsam sehr weit gehen" und sich gegenseitig bei ihren Bemühungen um christliche Einheit stärken, sagte der künftige Generalsekretär.

Biographische Angaben
Dr. Samuel Kobia wurde 1947 geboren. Er ist zur Zeit Direktor und Sonderbeauftragter für Afrika des ÖRK. Von 1999 bis Ende 2002 war er Direktor des Arbeitsbereiches 'Themen und Problembereiche'. Dr. Kobia aus Kenia ist ein Pastor der Methodistenkirche Kenias.
Kobia hat ein theologisches Diplom vom St. Paul’s College in Kenia (1971), ein Zertifikat für Kirchlichen Dienst im Stadtbereich vom McCormick Theological Seminary USA (1972) und einen MA-Grad in Stadtplanung vom Massachussetts Institute of Technology, USA (1978).
Als Mitglied der Methodistischen Kirche in Kenia arbeitete Kobia von 1974-1976 als Berater für Dienste im Industriebereich für den Nationalen Rat der Kirchen von Kenia (NCCK). Nach weiteren Studien in den Vereinigten Staaten übernahm er im ÖRK den Posten für Kirchliche Dienste im Stadt- und Landbereich (URM). 1984 kehrte er nach Kenia zurück als Direktor/Koordinator für kirchliche Entwicklungsarbeit im NCCK. 1987 wurde er zum Generalsekretär des NCCK ernannt. Diesen Posten behielt er, bis er 1993 zum ÖRK-Stab zurückkehrte und Direktor der damaligen Programmeinheit III wurde: Gerechtigkeit, Frieden, Schöpfung (jetzt Arbeitsbereich ‘Themen und Problembereiche’). Im Jahr 2000 hat er ein Freisemester als Forschungsberater am "Studienzentrum der Werte im öffentlichen Leben" an der Theologischen Fakultät der Harvard Universität verbracht.
Unter seinen vielen sozialen, politischen und ökumenischen Engagements half Kobia nach der Unabhängigkeit (1980-81) bei der Umstrukturierung des Christlichen Rats von Simbabwe, führte von 1981-85 den Vorsitz im Internationalen Koordinierungsausschuss Frontier Internship in Mission (FIM), war Vizevorsitzender der ÖRK-Kommission für das Programm zur Bekämpfung des Rassismus (1984-91), half bei der Gründung der Nairobi-Friendensgruppe (1987) und der Vereinigung der Kirchenräte im östlichen und südlichen Afrika (FOCCESA), führte 1991 den Vorsitz bei den Friedensgesprächen für den Sudan und 1992 bei der Gruppe der Wahlbeobachter für die landesweiten Wahlen in Kenia.
Neben "Originals of Squatting and Community Organization in Nairobi" (1985) - einer revidierten Fassung seiner Magisterarbeit in Buchform und "Together in Hope", dem offiziellen Bericht (1990) der NCCK Konferenz zur Mission und Aufruf der Kirche in Kenia, hat Dr. Kobia zwei Bücher über Afrika geschrieben. "The Quest for Democracy in Africa" (1993) zieht die Konditionen für einen Erfolg oder Misserfolg der Demokratie in Erwägung; "The Courage to Hope" (für die Veröffentlichung im September 2003 vorgesehen) ist das Ergebnis vieler Jahre kollektiver Anstrengungen, das Dilemma in Afrika zu beenden.
Dr. Kobia ist mit Ruth verheiratet. Sie haben zwei Töchter, Kaburo und Nkatha und zwei Söhne, Mwenda und Mutua.


Quelle: Ökumenischer Rat der Kirchen

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