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EMKNI - 18.09.2003   Zurück zur Übersicht

USA: Diskussion um einen Boykottaufruf und Resolutionen

Vom 11. - 14. September 2003 trafen sich die Direktoren des General Board of Church and Society (GBCS) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) zu ihrer halbjährlichen Komiteesitzung, um Aktionen festzulegen, wo sich die Kirche bei internationalen sozialen Anliegen engagieren soll. Die Meinung der Direktoren war bei mehrere Angelegenheiten unterschiedlich. Mehr Übereinstimmung gab es bei Themen wie Globalisierung, Obdachlosigkeit in den Vereinigten Staaten und Unterstützung für Landwirte.

Vor ein paar Jahren kam man bereitwillig überein, die Firma Kraft Foods zu boykottieren. Bei diesem Boykott drehte es sich um die Tabakwerbung des Eigentümers der Firma Kraft, dem Konzern Philipp Morris, welcher unterdessen seinen Namen auf Altria geaendert hat. Mitglieder des Board waren nun der Ansicht, dass man den Boykott fallen lassen kann, aufgrund der Veränderung des öffentlichen und politischen Klimas bezüglich Tabak. Sie hoben hervor, dass sie Altria und ihre Praktiken nicht unterstützten, aber dass sie zufrieden seien mit der weltweiten Entwicklung, so dass ein Boykott ein nicht mehr notwendiges Mittel sei.

Mehr Schwierigkeiten bereitete den Direktoren ein vorgeschlagener Boykott gegen die Firma Mt. Olive Pickle Company, der darauf abzielt, die Arbeitsbedingungen von Arbeiten auf den Bauernhöfen zu verbessern, die Verträge mit dieser Firma haben und Gurken pflanzen und ernten. Bei einer vorgängigen Besprechung hatten Mitglieder des Board den Standpunkt des Präsidenten der Mt. Olive Pickle Company gehört und eine Gruppe von Mitgliedern des Board und der Jährlichen Konferenz von North Carolina hatte eine Begegnung mit betroffenen Arbeitern. An der Sitzung des Board wurde nun empfohlen, einen Boykott auszusprechen, wenn bis anfangs 2004 keine Fortschritte erzielt worden seien. Bei dieser Empfehlung war man sich uneinig. So wurde u.a. die Frage aufgeworfen, ob ein Boykott hier ein effizientes Mittel sei. Ein Mitglied zitierte eine betroffene Frau, die dafür sei, dass die Kirche die Arbeiter mit mehr Kleidung und Nahrung unterstützen solle, den Arbeitern aber die Chance geben soll, ihre Familien zu ernähren. Ein Mitglied erklärte, dass Dokumente der Company zeigen würden, dass in der Verträgen zwar Arbeitsbedingungen aufgeführt seien, aber dass die Firma nur widerwillig bereit sei, sich auf Gespräche mit den Arbeitern einzulassen. Bei der Abstimmung wurde mit 18 zu 17 Stimmen äusserst knapp die Empfehlung für einen allfälligen Boykott im Jahr 2004 angenommen.

Viel Zeit bei der Besprechung nahm die Vorbereitung von Resolutionen in Anspruch, die an der Generalkonferenz der EMK im nächsten Jahr vorgelegt werden sollen. So wird zum Beispiel eine neue Resolution die Bombenübungen der Vereinigten Staaten auf die Insel Vieques in Puerto Rico behandeln, verbunden mit dem Aufruf der Säuberung und Rückgabe des im Jahr 1941 genommenen Landes. Eine neue Resolution verurteilt den weltweiten Terrorismus und die Terrorangriffe, inklusive derjenigen vom 11. September 2001, und ruft alle führenden Verantwortlichen in den Ländern auf, Gewalttätigkeiten abzulehnen. Sie unterstützt die Vereinten Nationen als Stelle für Konfliktresolutionen, anstatt zu Krieg oder Terrorismus zu greifen, und ermutigt zur Beteiligung am "Jahrzehnt, um Gewalttätigkeit zu überwinden"-Programm des Weltkirchenrates.

Diese Resolutionen werden nur zu methodischen Empfehlungen oder Politik, wenn sie von der Generalkonferenz angenommen werden, deren eigenen Ausschüsse nach Beratungen allfällige Korrekturen oder Änderungen vornehmen können und diese dann den Delegierten der Generalkonferenz befürwortend oder ablehnend zur Abstimmung vorlegen.

Die Mitglieder des Board genehmigten auch neue oder neu geschriebene Resolutionen zu solch unterschiedlichen Themen wie Alkoholwerbung, den Vereinten Nationen, Selbstmord oder die Trennung von Kirche und Staat.

Ausgiebig wurden auch Lösungen an der Sitzung diskutiert, die sich um die knapper werdenden finanziellen Mittel des Board drehen.


Quelle: United Methodist News Service

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