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EMKNI - 22.09.2003   Zurück zur Übersicht

USA/Grossbritannien: Populärkultur kann Menschen helfen, mit dem Glauben in Berührung zu kommen

Der britische Methodistenpfarrer Dr. David Wilkinson fügt zwei Zweige – Wissenschaft und Religion – zusammen, auch wenn diese oft entgegengesetzt zueinander stehen. Für Wilkinson ist das kein Problem. So hätten sich zwar bei seiner Wissenschaft und dem christlichen Glauben gegenseitig oft schwierige Fragen ergeben, "aber die Fragen haben mein Vertrauen immer bereichert und es nicht zerstört." Wilkinson unterrichtet am St. Johns College an der Universität von Durham/Grossbritannien und berichtete von seinen Erfahrungen bei einer Vortragsreihe in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Lovers Lane in Dallas. Wilkinson, der Astrophysiker war, unterstützt den Dialog zwischen Wissenschaft und Religion und sieht die Populärkultur als Schlüssel, die beiden Wissenszweige zusammen zu bringen. Dies zeigt sich auch an den Titeln von Büchern, die er geschrieben hat, wie „God, Time and Stephen Hawking“, „The Power of the Force: The Spirituality of the Star Wars Films“ und „Alone in the Universe: The X-Files, Aliens and God.“

Dr. Wilkinson wurde mit siebzehn Jahren Christ, in einem Alter, wo er sich noch nicht für die Wissenschaft interessierte. "Aber ich fand, dass mich mein christlicher Glaube ermutigte, das Universum Gottes ernst zu nehmen und mein Interesse an der Wissenschaft begann zu wachsen," sagte er. Er studierte Astrophysik in Durham und danach Theologie an der Universität von Cambridge. Zu seinem Glauben erklärte er: „In aller Aufrichtigkeit ist mein Verständnis vom Schöpfergott nicht, weil ich mit einem Teleskop einmal in die Sterne geschaut habe und die Handschrift von Gottes Liebe gesehen habe, sondern sie kam vom Lesen des Neuen Testaments über eine Mann, der am Kreuz für mich gestorben ist." Nachdem er als methodistischer Pfarrer ordiniert wurde, war er acht Jahre lang als Geistlicher an der Liverpooler Universität tätig und half mit, eine kleine Gemeinde zu gründen, die sich jeden Sonntag im oberen Stockwerkzimmer einer Gaststätte oder eines Pubs traf. In einem dieser „Lokalgottesdienste“ versuchte ein Prediger, die Vaterschaft von Gott anhand der Enthüllung des Verbrechers Darth Vader im Film „Das Imperium schlägt zurück“ („The Empire Strikes Back“) aufzuzeigen, wo Vader dem Held Luke Skywalker sagt, dass dieser sein Sohn sei. "Ein Teil in mir erschauderte, weil die Theologie dazu nicht besonders gut war,“ erzählte Dr. Wilkinson. "Aber ich war auch aufgeregt, weil ich plötzlich etwas sah, was dieser Mann tat und ich nicht.“ Er stellte eine Verbindung zwischen seinem christlichen Glauben und der Populärkultur auf eine Weise her, die die Kirchgänger in diesem Lokal von Liverpool ansprach."

Dr. Wilkinsons eigene Einstellung zum Film „Star Wars“ orientierte sich an der George Lucas' Beschreibung der Serie als ein „metaphorischer Eisbecher“ bei dem Mythologie, Rennen im Weltraum, Hollywoodwestern, Science Fiction-Filme und Samuraifilme zusammen gemixt wurden und oben drauf etwas Buddhismus, New Age und christliche Theologie gesprüht wurde. Die Schüssel, die den Eisbecher zusammen hält, so Wilkinson, bestehe aus einem Kampf zwischen Gut und Böse, die Hoffnung auf die Zukunft und die Kraft, die in Form der „Macht“ dargestellt wird – eine geistliche Energie, die sowohl von den Helden als auch von den Verbrechern als Stärke hervorgerufen wird.

"Durch die Einführung der Vorstellung einer „Macht“ hat Lucas nicht eine neue Religion geschaffen, aber er hat Fragen über Gott aufgeworfen,“ meint Dr. Wilkinson. "Teil des Glases, das diesen Eisbecher zusammenhält, ist die Frage von Lucas, wie Gott sei, und er bringt damit junge Leute dazu, nachzudenken, ob es mehr im Universum gibt als nur Wissenschaft und Technik.“ So würden auf einer gewissen Stufe Filme wie „Star Wars“, „The Matrix“ und sogar die Zeichentrickserie "The Simpsons“ von der Beziehung zwischen Wissenschaft und dem christlichen Glauben oder der Wissenschaft und der Religion handeln. Sie würden den grundsätzlichen Hunger und die Sehnsucht des menschlichen Geistes ausdrücken.

"Wir müssen verstehen, 'wo die Leute sind', bevor wir beginnen, Annahmen zu treffen, wovon sie hören wollen. Aber wir haben kein sehr gutes Sensorium dafür in unserer Kirche, weil wir dazu tendiert haben, über die Popkultur die Nase zu rümpfen und sie als irrelevant abzutun." Wilkinson sagte, dass Geschichten, ob bildlich oder mündlich überliefert, immer grundsätzlich im christlichen Glauben gewesen seien, man denke hier nur an die Gleichnisse, die Jesus erzählt hat.

Dr. Wilkinson bezog sich auf den Brief von Paulus an die Kolosser und rief die Menschen in der Kirche von Lovers Lane auf, "eine grössere Vision von Jesus zu bekommen."

"Vielleicht ist unsere Vision zu klein, weil wir sie nur für unser Leben oder unsere Gemeinschaft oder unsere Nation wollen," sagte er. „Es ist notwendig, dass wir fragen: Zu was kann ich Ja in dieser Kultur sagen, was habe ich zu kritisieren und was können wir davon gebrauchen, um eine Brücke zu unseren Freunden, Familien und Nachbarn und vielleicht zu Gruppen zu bauen, die bis jetzt nicht mit dieser Kirche in Berührung gekommen sind? Jesus vereinte alles in Sachen Grenzen zu überwinden.“


Quelle: United Methodist Recorder

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