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EMKNI - 06.04.2004   Zurück zur Übersicht

Makedonien: Medizinische Hilfe für die Roma

Nach umfangreichen Abklärungen konnte endlich eine Lösung für die problematische medizinische Situation der Roma von Medjitlija gefunden werden: Die Ärztin Dr. Lidija Ristevska, ein Mitglied der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Skopje, hat sich bereit erklärt, in ihrer Privatpraxis bis auf weiteres jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr (d.h. in ihrer Arbeitspause!) Roma mit gesundheitlichen Problemen zu untersuchen und mit den nötigsten Medikamenten zu versorgen — beginnend mit den am stärksten leidenden Menschen. Eine weitere Ärztin, Dr. Vangelica Mangu aus Resen, auch ein Mitglied der EMK, wird sich nach Möglichkeit dieser Hilfsaktion anschliessen und ebenfalls Untersuchungen durchführen. Aus Distanzgründen wird sich ihre Tätigkeit aber auf die Wochenenden beschränken müssen.

Am Montag, 29. März 2004, begann dieser medizinische Dienst, und an den ersten vier Nachmittagen wurden insgesamt 49 Personen untersucht (die Praxis ist so eingerichtet, dass beispielsweise auch Blutuntersuchungen gleich vor Ort durchgeführt werden können). Die gesundheitliche Situation der Roma ist im allgemeinen Besorgnis erregend. Die Roma leiden vor allem unter sehr hohem Blutdruck, an Magen-Darm-Erkrankungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Atemwegserkrankungen, Krätze und Ekzemen. Bei vielen wurden auch psycho-depressive Erkrankungen diagnostiziert — nicht wirklich überraschend. Nach den äusserst schwierigen Erfahrungen der letzten Monate sind die Roma angesichts der dramatischen politischen Situation im Kosovo, die ihnen derzeit keine Hoffnung auf eine Rückkehr in ihre Heimat lässt, mehr denn je einem grossen psychischen Stress ausgesetzt (siehe auch EMKNI-Meldung vom 19.02.2004). Einige Patientinnen und Patienten benötigen mehrmalige Injektionen und müssen deshalb immer wieder die Praxis in Skopje aufsuchen, da der Arzt in Suto Orizari nicht bereit ist, die Injektionen zu verabreichen. Kosten entstehen im Zusammenhang mit dieser humanitären Aktion nur für den Transport der Roma von Suto Orizari nach Skopje (es wurde ein Kleinbus gemietet) sowie für Untersuchungsmaterial und Medikamente. Sie werden — wie die Lebensmittelunterstützung sowie die Hilfe für Schulkinder — von den für dieses Projekt eingehenden Spenden gedeckt. Für ihre Arbeitszeit (die neben der Untersuchung auch die Erstellung eines ausführlichen Berichtes für jede untersuchte Person beinhaltet) verlangt Frau Dr. Ristevska keine Bezahlung.

Die Roma sind sehr glücklich über diese Lösung. Es ist zu hoffen, dass sich nun auch ihre allgemeine gesundheitliche Situation markant verbessern wird.


Quelle: Urs Schweizer

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