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EMKNI - 07.04.2004   Zurück zur Übersicht

Sierra Leone: Kommission unter Leitung des EMK-Bischofs arbeitete Geschichte auf

In Sierra Leone starben von 1991 bis 1999 bei blutigen Unruhen rund 50.000 Menschen. Viele weitere Menschen wurden verletzt und auch verstümmelt. Als im Jahr 1999 mit einem Abkommen der Frieden ins Land zurückkehrte, wurde danach eine unabhängige Kommission für Wahrheit und Versöhnung eingesetzt, die eine historische Aufarbeitung der Geschehnisse vornehmen sollte. Joseph C. Humper, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Sierra Leone, wurde Vorsitzender dieser Kommmission.

Am Treffen im März des General Board of Global Ministries (GBGM), der weltweiten Missionsbehörde der EMK, gab er nun bekannt, dass der Abschlussbericht samt Empfehlungen bald vorliegen werde. Humper berichtete, dass die Kommission entschieden hatte, die Auseinandersetzungen bis ins Jahr 1961 zurückzuverfolgen, dem Jahr, in dem Sierra Leone unabhängig wurde. Sein Blickwinkel, sagte er, sei ein wenig anders, als der der bekannten Wahrheitskommission in Südafrika. "Südafrikaner haben gegen die Apartheid gekämpft," erklärte er, "Sierra Leone kämpft mit sozialer Ungerechtigkeit."

Durch die Arbeit der Kommission wurden mehr als 70 Menschen angestellt und ausgebildet, Aussagen von Zeugen aus allen Regionen des Landes wurden gesammelt und seit April 2003 fanden öffentliche Anhörungen statt. Mit begrenzten Mitteln sammelten die Mitglieder der Kommission 10.000 Aussagen zu Menschenrechtsverletzungen, sowohl von Opfern als auch von Tätern.

Der Abschlussbericht der Kommission, der zur Zeit für die Veröffentlichung vorbereitet wird, beinhaltet eine Zusammenfassung mit Ergebnissen samt Empfehlungen. Zusätzliche Dokumente werden aufzeigen, auf welche Weise Kinder, Frauen und Männer von diesem Konflikt betroffen waren. "Wir wurden ausdrücklich gebeten, Frauen und Kinder zu berücksichtigen," sagte Humper. Ein Band über die Ergebnisse der Kommission, der für Kinder und Jugendliche geeignet ist, soll, laut Bischof Humper, als Lehrbuch in Schulen eingesetzt werden.

Bischof Humper sagte, dass die Regierung von Sierra Leone aufgefordert wird, den Inhalt des Berichts und seine Ergebnisse umzusetzen. Sobald sich die Kommission aufgelöst hat, wird in der Folgewoche eine Menschenrechtskommission gegründet werden, um die Arbeit weiter zu verfolgen.


Quelle: United Methodist News Service, Übersetzung: Karoline Würth / EMKNI

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