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EMKNI - 16.04.2004   Zurück zur Übersicht

Grossbritannien: Methodisten verliehen Preise für die fünf besten Vorschläge eines elften Gebots

Britische Methodisten führten in diesem Frühjahr einen Wettbewerb durch, bei dem sie nach einem elfen Gebot suchten (siehe auch EMKNI-Meldung vom 01.03.2004). Für diesen Wettbewerb wurden in Grossbritannien bewusst junge Leute in Pubs (den traditionellen britischen Lokalen), Cafés und Kinos u.a. mit bedruckten Karten und Untersetzern für die Gläser angesprochen. Die Vorschläge konnte man via Mobiltelefon mit einer SMS-Meldung einreichen.

Nach dem Einsendeschluss am 31. März 2004 haben nun die folgenden fünf Vorschläge je ein Mobiltelefon gewonnen: „Du sollst nicht falsche Popidole verehren“ (in Anlehnung an eine populäre TV-Show in Grossbritannien), „Du sollst nicht im Namen irgend eines Gottes töten“, „Du sollst nicht mehr konsumieren als Dein Eigengewicht in Karamellen“ und „Du sollst nicht negativ sein“.

Originell war auch der fünfte Vorschlag, der gewonnen hat: „Du sollst nicht Text mit Liebe verwechseln“, in englischer Sprache "Thou shalt not confuse text with love", der mehrdeutig verstanden werden kann. Einerseits sind mit „text“ die SMS-Nachrichten der Mobiltelefone gemeint, da viele junge Leute ihre Liebesbeziehungen via SMS pflegen, andererseits kann es auch bedeuten, wenn man es in Englisch etwas anders betont und schnell ausspricht, dass man nicht Sex mit Liebe verwechseln soll, wie Andrew Fagg von der Methodistenkirche von England gegenüber EMKNI erklärte.

Der Wettbewerb wurde von der Methodistenkirche zusammen mit den Betreibern der Homepage www.shipoffools.com durchgeführt. Das Ziel des Wettbewerbs war es, dass sich die angesprochenen Menschen einige Minuten Zeit nehmen sollten, um über ein elftes Gebot nachzudenken. Der Wettbewerb war ein voller Erfolg: Mehr als 2'000 Vorschläge sind via SMS eingegangen. Simon Jenkins, Verantwortlicher der Homepage www.shipoffools.com, ist begeistert: „Wir sind positiv überrascht, so viele Vorschläge für ein elftes Gebot erhalten zu haben. Die ernsten Vorschläge, die auffielen, waren gegen eine organisierte Religion, Schuld oder einen Krieg aber auch für mehr Toleranz und für die Bewahrung der Erde. Bei den lustigen Vorschlägen konnte man fast das Klirren der Gläser zwischen den Zeilen hören. Religion und Gelächter, Methodismus und Pubs, das elfte Gebot hat gezeigt, dass sie miteinander vereinbar sind.“

Auch Pfarrer Jonathan Kerry, Mitverantwortlicher des Wettbewerbs, ist erfreut: „Die Reaktionen auf diesen Wettbewerb, inklusive dem Medieninteresse auf der ganzen Welt, zeigen auf, dass Menschen definitiv daran interessiert sind, über Werte und geistliche Angelegenheiten zu reden, auch bis in die Nacht hinein. Für die Kirche ist es die Herausforderung, den Dialog mit den Menschen zu führen, wo sie sind und nicht zu warten, bis sie zu uns kommen. Wir müssen wieder einen Sinn für Spass entwickeln und mehr bereit sein, zuzuhören, als zu beurteilen.“

Zum Schluss noch einige Vorschläge, die beim Wettbewerb eingereicht wurden, aber nicht gewonnen haben: „Du sollst nicht vor der wahren Liebe heiraten“, „Du sollst nicht laut in Dein Mobiltelefon an einem öffentlichen Platz sprechen“, „Du sollst nicht Deinen Nachbarn verurteilen, wenn er andere Ansichten hat“ und „Du sollst nicht wie Dein Vater tanzen“.


Quelle: Andy Schindler-Walch, EMKNI / Methodistenkirche von England

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