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EMKNI - 04.08.2004   Zurück zur Übersicht

Welt: Europa kann ein christliches Missionsfeld sein, sagt Kobia

Dr. Samuel Kobia in Kuala LumpurDr. Samuel Kobia, Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), glaubt, dass Europa zu einem der neuen Missionsfelder wird, wo Menschen noch keine Grundinformationen zum Glauben erhalten haben. „Ich fürchte, dass wir in allen Kulturen mit dem Verlust von Grundinformationen des christlichen Glaubens als eine lebensfähige Option für Männer und Frauen konfrontiert sind,“ sagte Kobia am 28. Juli 2004 in Kuala Lumpur, Malaysia, und meinte weiter: “Heute können wir an vielen Orten nicht mehr die Religion, noch weniger die christliche, voraussetzen als noch vor zwanzig Jahren.”

Kobia, ein methodistischer Theologe aus Kenia, sagte dies anlässlich seiner Eröffnungsansprache beim Treffen der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des ÖRK in Kuala Lumpur, die vom 28. Juli bis 6. August 2004 stattfindet. Nahezu 100 Kommissionsmitglieder - Theolog/innen aus nahezu jeder Kirchenfamilie und aus allen Regionen der Welt - nehmen gemeinsam mit etwa 30 Beobachtern, Gästen, jungen Theologen und Vertretern lokaler Kirchen an dem Treffen teil

In seiner Rede wies Kobia auch auf das christliche Konzept der Gastfreundschaft hin, das der ökumenischen Bewegung eine Hilfe sein könne, den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sensibel und kreativ zu begegnen - ähnlich, wie die ökumenische Bewegung bereits im vergangenen Jahrhundert auf die grössten Krisen der Welt reagiert habe. Das Konzept der Gastfreundschaft, das oft vernachlässigt würde, gründe sich auf die Zuwendung Jesu Christi zu den Armen, den Ausgestossenen und den Sündern und stelle heute eine Herausforderung sowohl für die Kirche als auch für die Welt dar.

Die Kirchen seien zur Reue darüber aufgefordert, dass sie "die grenzenlose Gnade Gottes innerhalb der engen Grenzen von Dogma und Tradition wahrnehmen und darstellen", während die Welt Antworten finden müsse auf die beherrschenden ökonomischen und politischen Systeme, die "die Ressourcen dieser Welt einigen Privilegierten auf Kosten anderer Menschen vorbehalten", so Kobia.


Quelle: EMKNI / ÖRK / Ecumenical News International

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